Glücksforschung

Was uns happy macht…


Manchmal ist es ganz einfach: Aber manchmal sind wir auch in der „Tretmühle“... Fotos: fotolia, Roth

…und was ein neuer Zweig der Ökonomie über den Menschen herausgefunden hat

Köln. Die Deutschen sind trotz allem ganz gut drauf – das lässt sich am aktuellen „Eurobarometer“ ablesen. In dieser regelmäßigen Umfrage für die EU-Kommission sagen 84 Prozent: „Ich bin insgesamt mit dem Leben, das ich führe, sehr oder ziemlich zufrieden.“ Letztes Jahr waren es 85 Prozent. Und der aktuelle EU-Schnitt liegt bei 77 Prozent.

Aber was ist es eigentlich, was den Menschen glücklich macht? Lange Zeit hatte die Zunft der Wirtschaftswissenschaftler eine einfache Antwort: „Geld, Geld, Geld!“ Inzwischen gibt ein relativ neuer Forschungszweig, die „Glücks-Ökonomie“, lebensnähere Antworten.

  • Ab einem bestimmten Lebensstandard verschafft uns mehr Geld nur vorübergehend mehr Zufriedenheit: Die Freude über das neue Auto vor der Tür verpufft im Laufe der Zeit, dann muss ein neuer Glücksbringer her. Die Forscher nennen das die „Tretmühle der Lust“.
  • Je mehr wir erreicht haben, desto mehr erstreben wir. Und verstehen im Rückblick gar nicht mehr, wie wir damals in unserer ersten Bude überhaupt klargekommen sind ...
  • Wohlstand empfinden wir nicht absolut: Es kommt auch darauf an, wie es dem Nachbarn geht. Der neue Flachbild-Fernseher ist nur noch halb so schön, wenn nebenan das HD-Heimkino mit Beamer, Riesenleinwand und Super-Surround angeliefert wird.

Solche Erkenntnisse erklären das „Easterlin-Paradox“: Trotz enorm gestiegener Wirtschaftsleistung äußern sich die Menschen in den Industrieländern kaum zufriedener als vor Jahrzehnten.

Der „Misery-Index“ sieht gut aus

Professor Richard Easterlin aus Los Angeles, einer der Väter der Glücksforschung, empfiehlt als ein Fazit seiner Arbeiten: Nicht bloß dem Geld hinterherjagen! „Es würde im Mittel das individuelle Glück vermehren, wenn wir mehr Zeit in das Familien­leben und die Gesundheit investieren.“

Was diese modernen Ökonomen freilich bestätigen: Arbeitslosigkeit macht unglücklich. Auch politische oder wirtschaftliche Unfreiheit, Korruption und eine kaputte Umwelt tragen nicht zum Wohlergehen bei.

Übrigens: Wer es sich ganz einfach machen will, schaut auf den „Misery-Index“. Der zählt die Grundübel Inflation und Arbeitslosigkeit zusammen. Auch wenn es manche erstaunen mag: Nach diesem Maßstab geht es dem Land so gut wie seit Jahren nicht. Trotz allem.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang