Nach dem Vorbild der Natur

Was ein Abwasserrohr von Alphacan Omniplast mit einem Widder-Kopf zu tun hat

Viele technische Anwendungen kopieren spezielle Eigenschaften von Tieren und Pflanzen. „Bionik“ nennt man das. Für ein Produkt des Rohr-Spezialisten Alphacan Omniplast in Ehringshausen war der Widder-Schädel Vorbild.

Hart im Nehmen: Widder-Kopf … Foto: Fotolia

Hart im Nehmen: Widder-Kopf … Foto: Fotolia

… und Kunststoffrohr halten was aus. Foto: Werk

… und Kunststoffrohr halten was aus. Foto: Werk

Ehringshausen. Wenn Widder ihre Revierkämpfe austragen, setzen sie ihren Kopf ein – als Waffe: Sie knallen mit den Schädeln zusammen, bis einer aufgibt. Nur der Rückzug schmerzt den Unterlegenen, die Köpfe bleiben heil. Die raffinierte Struktur der Schädeldecke nutzt Rohr-Spezialist Alphacan Omniplast aus dem hessischen Ehringshausen bei Gießen jetzt als Vorbild für ein neues Produkt.

Spannungen und Drücke aushalten

Bionik nennt sich die wissenschaftliche Suche nach Vorbildern aus der Natur für neue Technologien. Wie hier: Die Schädeldecke der Tiere hat eine Sandwich-Struktur; das heißt, sie besteht aus zwei harten Schalen mit einem dazwischenliegenden leichten Zellgewebe. Das gleicht harte Drücke und Crashs aus.

Von dem Prinzip ließ sich der Mittelständler (130 Mitarbeiter) inspirieren und konstruierte umweltfreundliche Abwasserrohre (GreenTube). Jetzt sind sie auf dem Markt – mit Erfolg!

„Unsere Produkte müssen nicht nur hohe Punktdrücke, sondern auch Spannungen im Erdreich aushalten“, erläutert Vertriebs-Profi Bernd Seger. Die Rohre bestehen aus einem Doppelmantel aus Polyvinylchlorid (PVC), dazwischen liegt eine Schicht desselben Materials, allerdings geschäumt. „Das macht das Rohr einerseits elastischer als zum Beispiel Betonrohre“, erklärt Seger. „Andererseits ist es durch weniger Materialeinsatz nicht nur leichter, sondern auch preiswert.“

Und wartungsarm: Die Innenflächen sind nach dem Lotus-Effekt konstruiert und können sich selbst reinigen.

„Bio“ ist das Rohr übrigens auch wegen seines Materials: Der umweltfreundliche Werkstoff besteht zu 56 Prozent aus nahezu unerschöpflichem Steinsalz und nur zu 44 Prozent aus wertvollem Erdöl.


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