Hightech

Was die Welt zusammenhält


Klebstoffe aus Baden-Württemberg fixieren die Zukunft

Schrauben war gestern. Heute wird geklebt, was das Zeug hält. Neben Windel, Teppich und Schuh auch Flugzeug, Schiff, Auto, Eisenbahn, Handy und Computer.

Selbst schwere Pkw-Frontscheiben halten so. Eine neue Entwicklung von Klebe-Spezialist Henkel ist bereits nach einer Stunde „crash-sicher“: „Dann könnte man schon wegfahren“, sagt Werner Reith, Produkt- und Marktmanager Fahrzeugreparatur und Wartung von Henkel am Standort Heidelberg.

Wie das funktioniert, lernen Mitarbeiter und Kunden im angeschlossenen Technologiezentrum. Verblüffend: Im Auto ersetzen die Stoffe aus den Henkel-Labors im Schnitt 1.400 Schweißpunkte.

Im Super-Airbus A380 sorgt ein Strukturkleber dafür, dass sich die neuen Werkstoffe aus Glas- und Kohlefasern im Rumpf fest verbinden – allen Fliehkräften und Temperaturschwankungen zum Trotz.

Ein Auto wird um viele Kilos leichter

Chemie garantiert aber nicht nur guten Halt, sondern auch geringeres Gewicht. „Klebe-Verbindungen erlauben den Einsatz leichterer Materialien wie Aluminium oder Kunststoffe“, sagt Thomas Schlosser, Leiter Anwendungstechnik Kleb- und Dichtstoffe beim Chemie-Konzern Evonik. So reduziert etwa der Einsatz von einem Kilogramm Klebstoff das Gewicht eines Autos um 25 Kilo. Schlosser: „Das spart enorm viel Sprit.“

Der Standort Rheinfelden ist auf Silane spezialisiert. Diese spezielle chemische Verbindung lässt Klebstoffe selbst bei feuchten Bedingungen und auf besonders schwierigen Oberflächen haften. Bevorzugter Einsatzort? „Auf dem Bau, im Automobil- und im Konsumgüter-Bereich“, so der Experte.

Belastbare Verbindungen

Auch Uhu aus dem badischen Bühl klebt „wirklich alles“. Nicht nur die berühmten Klebstoffe aus der gelben Tube stammen aus der dortigen Produktion. Sondern auch raffinierte Klebe-Spezialitäten für die Schmuck- oder Elektro-Industrie oder für den Automobilbau.

Warum aber ist Kleben besser als Löten, Schweißen, Klammern oder Schrauben? „Es ermöglicht vielfältige Materialkombinationen und eine gleichmäßige Spannungsverteilung“, erklärt Christoph Skowronek, Pressesprecher bei Uhu. „Das macht auch eine dauerhafte und belastbare Verbindung sehr dünner Bauteile möglich.“

Spezialist für Klebestreifen aller Art ist Tesa in Offenburg. Am Standort entstehen hauptsächlich Krepp- und Klebebänder. Viele davon kommen in der Industrie zum Einsatz. Wie zum Beispiel Kabelsatz-Wickelbänder: Die halten im Fahrzeug Kabelbäume zusammen. Gut für die Umwelt: Tesa setzt auf lösungsmittelfreie Beschichtung.

Übrigens: Geklebt werden heutzutage sogar Haut und Pflanzen.

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Uhu GmbH & Co. KG

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Uhu GmbH & Co. KG
Herrmannstraße 7
77815 Bühl

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tesa Werk Offenburg GmbH
Kinzigstraße 5
77652 Offenburg

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Untere Kanalstraße 3
79618 Rheinfelden(Baden)

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