Überblick

Was die anderen Krisenländer tun


Rendite zweijähriger Staatsanleihen. Grafik: <em>AKTIV</em>

Reformen zeigen erste Wirkung: Die Zinsen gehen wieder zurück

München. Mehr Geld einnehmen, weniger ausgeben: Das ist die Devise nicht nur in Griechenland, sondern auch in den vier anderen Ländern, die im Zentrum der Schuldenkrise stehen. So haben alle vier die Mehrwertsteuer erhöht und Einschnitte im Gesundheitswesen, für Rentner und Beamte beschlossen.

Die Sanierung erscheint in diesen vier Ländern einfacher als in Griechenland: Die Industrie ist relativ wettbewerbsfähig, die öffentliche Verwaltung funktioniert besser. Und die politischen Verhältnisse sind seit den Regierungswechseln 2011 stabil.


Portugal

Rund 85 Prozent der Portugiesen stehen laut Umfragen hinter den Sparpaketen der Regierung. Das Land, das nach Griechenland am meisten Sorgen macht, akzeptiert finanzielle Opfer (so wurden im öffentlichen Dienst Urlaubs- und Weihnachtsgeld gestrichen) – und kulturelle: Vier Feiertage werden abgeschafft. Die Arbeitszeit wird verlängert, der Kündigungsschutz wohl gelockert.

● Staatsdefizit 2012: 4,5 Prozent*

Irland

Auch wenn die Iren, als Folge ihrer schlimmen Bankenkrise 2009/2010, jetzt noch besonders viele neue Schulden machen: Mit ihren Reformen gelten sie als Musterschüler unter den Krisenstaaten. Laut EU-Prognose schaffen sie als einziges Krisenland dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum, auch die Beschäftigung steigt. Bis 2015 soll die Neuverschuldung auf 3 Prozent sinken.

● Staatsdefizit 2012: 8,6 Prozent*

Spanien

Kein Euro-Land hat eine so hohe Arbeitslosenquote wie Spanien. Aktuell liegt sie bei 23 Prozent. Von den unter 25-Jährigen hat fast jeder Zweite keinen Job. Das Parlament hat daher Anfang März eine Reform beschlossen, um den Arbeitsmarkt flexibler zu machen. Das soll die Beschäftigung steigern – und mehr Steuereinnahmen und mehr Geld für die Sozialversicherungen bringen.

● Staatsdefizit 2012: 5,9 Prozent*

Italien

Gemessen an der Wirtschaftsleistung hat Italien mit 120 Prozent nach Griechenland den zweithöchsten Schuldenberg in Euro-Land. Andererseits hat Ministerpräsident (und Wirtschaftsminister) Mario Monti das laufende Defizit stark gedrückt, auch durch einen Soli für Spitzenverdiener. Er geht mit gutem Beispiel voran: Für seine Regierungsämter verzichtet er auf das Gehalt.

● Staatsdefizit 2012: 2,3 Prozent*

*Bezogen auf die Wirtschaftsleistung; Prognose: EU-Kommission

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