„Walk of Future“

„Was Bayern morgen braucht“ – der Zukunftsrat sagt, was in der Wirtschaft wichtig wird

München. Am Himmel über dem Allgäu kreist bald ein völlig neuer Vogel – mit wahren Adleraugen. Es ist ein ultraleichtes, unbemanntes Solarflugzeug. Mit Batterie für extralange Flugpower und hochmodernen Kamerasystemen für 3-D-Aufnahmen etwa zur Landvermessung.

Die Hightech-Drohne, gefertigt vom Flugzeugbauer PC Aero in Nesselwang, ist eine von 50 Stationen auf dem „Walk of Future“: Begleitend zum Kongress „Was Bayern morgen braucht“ im Münchner Veranstaltungszentrum MOC zeigen an diesem Sommertag junge Firmen, Hochschulausgründungen und Forschungsinstitute spektakuläre Ideen und Techniken „made in Bavaria“.

Zum Kongress eingeladen hat die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Deren Präsident Alfred Gaffal sagt: „Auf vielen Technologiefeldern steht Bayern heute gut da.“ Das sei einer hochleistungsfähigen Forschung zu verdanken und der Technologieführerschaft vieler bayerischer Unternehmen. Jedoch: „Darauf dürfen wir uns nicht ausruhen.“

Die Aufforderung, offensiv nach vorn zu blicken, gelte nicht zuletzt mit Blick auf den Megatrend der Digitalisierung. „Die IT-Standards in strategischen Feldern werden anderswo gesetzt, zum Beispiel in den USA oder in Ostasien“, stellt Gaffal fest. Dies dürfe nicht auch bei der Digitalisierung der Industrie passieren. „Es besteht dringender Handlungsbedarf.“ In der Industrie 4.0 kommunizieren Maschinen miteinander, Roboter erleichtern Menschen die Arbeit.

Angesichts dieses Umbruchs ist es wichtig, Weichen zu stellen. Um dazu beizutragen, dass der Freistaat auch weiterhin einen zukunftsfähigen Branchenmix und eine hohe Innovationsfähigkeit aufweist, rief Gaffal im vergangenen Jahr den Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft ins Leben. Ihm gehören die für Wirtschaft zuständige Staatsministerin Ilse Aigner an sowie führende Vertreter aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Die Fachleute fordern, die Digitalisierung rasch voranzutreiben. Mehr Investitionen in Bildung und Forschung, bessere Rahmenbedingungen für Innovationen. Und Professor Wolfgang Herrmann, Präsident der Technischen Universität München, schreibt dem anwesenden Ministerpräsidenten Horst Seehofer ins Lastenheft: „Wir müssen alles tun, um den unternehmerischen Spirit zu fördern.“

Entscheidend ist das Zusammenspiel

Seehofer und Staatsministerin Aigner machen deutlich, dass die Politik in Bayern diese Vorlage gerne aufnimmt. „Wir haben bereits eine Evaluierung unserer Technologieförderprogramme gestartet“, sagt Aigner und verspricht: „Die Expertise des Zukunftsrats werden wir hier einfließen lassen.“

Wie breit das Thema Zukunft angelegt ist, wird auf dem Kongress deutlich, als sich die rund 800 Besucher beim Tagesordnungspunkt „Frag den Rat!“ an die Experten wenden können. Was bedeutet die Digitalisierung für das Bildungssystem? Wir brauchen mehr Qualifizierung in IT und Robotik! Geht es allein um möglichst viele Start-ups? Nicht unbedingt, entscheidend ist das Zusammenspiel zwischen Gründern und etablierten Firmen!

Und welche Chancen eröffnen sich durch neue Technologien? Bei dieser Frage zeigen die Mitglieder des Zukunftsrats, was möglich ist. So kann man mit 3-D-Drucktechnik künftig einfacher künstliche Hüftgelenke fertigen. Und Drohnen können nicht nur die Landschaft fotografieren, sondern auch die Bergrettung verbessern. Oder den Postvertrieb. Die konkreten Perspektiven der Experten, der „Walk of Future“, beides lässt spüren: Die Zukunft hat begonnen.


Mehr zum Thema Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft:

Digitalisierung und Globalisierung verändern Geschäftsmodelle und Gesellschaft rasant. Damit Bayern ein Wirtschafts- und Technologiestandort ersten Ranges bleibt, wurde der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft gegründet.

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