Innovationen

Warum uns Deutschen so viel Neues einfällt


Essen. Diese Woche schaute die Industrie wieder auf Deutschland: Auf der weltgrößten Industrieschau „Hannover Messe“ zeigten 6.500 Aussteller neueste Technik. Und wie stark dabei deutsche Anbieter sind, hat soeben die EU-Kommission herausgestellt: Laut „Leistungsanzeiger Innovation“ stehen wir EU-weit auf Platz zwei hinter Schweden. Zuletzt habe sich „vor allem die Zusammenarbeit innovativer Mittelständler untereinander verbessert“.

Warum fällt uns so viel Neues ein? Zunächst: Weil es sich die Firmen was kosten lassen! „Forschung und Entwicklung ist zum strategischen Wettbewerbsfaktor geworden“, sagt Gero Stenke vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Essen. „Selbst im Krisenjahr 2009 gab es keinen Einbruch der Ausgaben.“ Nach jüngsten Zahlen stiegen sie 2011 um 7 Prozent auf den Rekordwert von 50,3 Milliarden Euro, das Forscherpersonal wuchs um 4 Prozent auf 350.000 Vollzeitstellen.

Zudem kurbeln viele Firmen die Ideenfindung durch die Zusammenarbeit in „Clustern“ an – also Netzwerken ähnlich ausgerichteter Betriebe in einer Region. Sie haben in Deutschland Tradition; das weltweit älteste ist die Schneidwaren-Industrie in Solingen. Bernhard Hausberg, Chef des „NRW-Clustersekretariats“ in Düsseldorf: „In Netzwerken wachsen Unternehmen schneller. Sie bieten ein lebendiges, dynamisches Umfeld für Innovationen.“

Von den 493.000 Menschen, die letztes Jahr ein Studium anfingen, wollen 106.000 Ingenieur werden, doppelt so viele wie zur Jahrtausendwende. Hilfreich ist auch die duale Fachkräfte-Ausbildung in Betrieb und Berufsschule – eine deutsche Spezialität, die jüngst von US-Präsident Barack Obama als vorbildlich gelobt wurde.

Aber es gibt noch einen zwingenden Grund für die Innovationskraft: Es ist die Flucht nach vorn! Denn wir sind so teuer wie kaum ein anderes Land (Grafik) – und müssen so gut sein, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.

Weil die anderen dazulernen, wird das schwieriger.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang