400 Milliarden Euro sind zurzeit im Umlauf

Warum uns Bargeld teuer zu stehen kommt


Alle Hände voll zu tun: 8,5 Milliarden Banknoten sind im Umlauf. Sie müssen gebündelt und ausgeliefert werden. Foto: Werk

Frankfurt. Jeder Deutsche hat im Schnitt 103 Euro Bargeld bei sich, davon 5,90 Euro in Münzen. Das ergab eine Studie der Bundesbank. Bares ist jederzeit verfügbar – doch wem ist schon bewusst, welcher Aufwand dahintersteckt?

400 Milliarden Euro in Umlauf

„Die tägliche Versorgung des Marktes mit Bargeld ist sowohl für die Kreditwirtschaft als auch für den Handel eine enorme logistische Herausforderung“, sagt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken. „Und sie ist teuer.“

Nach Erhebungen des Verbands Deutsche Kreditwirtschaft geben Banken und Sparkassen jährlich 4 Milliarden Euro dafür aus. 8,5 Milliarden Banknoten im Wert von rund 400 Milliarden Euro sind zurzeit im Umlauf.

Nicht nur das Drucken der Scheine und das Prägen von Münzen ist teuer. Transportunternehmen holen frisches Bargeld bei der Bundesbank ab und beliefern Banken und Handel. Einer der Größten in der Branche ist Ziemann in Schallstadt bei Freiburg: Rund 110.000-mal im Monat fährt ein Ziemann-Transporter bei Banken und Geschäften vor, und ein Lkw des Unternehmens bewegt täglich Münzen mit einem Gesamtgewicht von 10 bis 15 Tonnen zwischen einer Bundesbank-Niederlassung und den acht Ziemann-Cash-Zentren hin und her. Bis zu 330 Tonnen Münzen monatlich kann so ein Cash-Zentrum verpacken und ausliefern.

60.000 Bankautomaten und mittlerweile auch viele Supermarkt-Kassen decken die Verbraucher mit Bargeld ein. Der Rundum-Service ist nicht umsonst: Der Einzelne wird nicht nur über Kontogebühren beteiligt, sondern indirekt auch über Steuern – denn die dahinterstehenden Dienstleistungen der Bundesbank werden vom Staat bezuschusst.

Doch die Deutschen zahlen halt am liebsten bar. 2011 lag der Anteil am Umsatz bei 53 Prozent. Gemessen an der Zahl der Transaktionen sogar bei 80 Prozent. Diese Vorliebe wird sich so schnell auch nicht ändern, bedauert Verbandschef Kemmer: „Ein erfolgreiches Überholmanöver von Girocard und Kreditkarte ist noch nicht in Sicht.“

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