iPhone und Apple Watch

Warum Konzerne so heiß auf unsere Fitness-Daten sind

Boston. So geht Sport heute: Joggen mit Smartphone oder elektronischem Armband, Work-out mit der neuen Apple Watch. Darauf installiert: Fitness-Apps, die Pulsschlag oder Kalorienverbrauch messen.

Das Training machen solche Daten schon heute effektiver. Womöglich leisten sie bald noch viel mehr: Die Gesundheitsdaten von Millionen Anwendern sollen zukünftig den medizinischen Fortschritt befeuern. Oder die Kosten des Gesundheitssystems senken helfen.

Hehre Ziele. Dafür hat der US-Technologieriese IBM jetzt eine neue Tochterfirma gegründet: Watson Health, mit Sitz in Boston.

Etwa 2.000 Mitarbeiter, darunter auch 75 Ärzte, sollen dort beschäftigt werden. Herz des Unternehmens ist eine Web-Plattform, auf der die Gesundheitsdaten zusammengefasst und mit dem IBM-Supercomputer Watson ausgewertet werden.

Krankheiten früher erkennen helfen

Um an die Daten zu kommen, kooperiert IBM mit Apple. Wer also ein iPhone oder die Apple Watch besitzt, die Geräte beim Sport nutzt und zudem eine spezielle IBM-App installiert, der speist damit zukünftig den Datenschatz.

Dabei legt IBM nach eigenen Angaben großen Wert auf den Datenschutz. So soll die Analyse der Daten zu Forschungszwecken lediglich anonym geschehen.

Was das bringt? „Bislang gehen wir erst zum Arzt, wenn schon Symptome da sind“, sagt Lars Schmidt-Thieme, Professor für Informatik an der Uni Hohenheim. „Man hofft, dass man mit der Zusammenfassung solcher Daten Krankheitsbilder früher erkennen kann.“ Auch bei der Entwicklung personalisierter Medikamente könne man von Big Data profitieren.

Geld verdienen will IBM aber natürlich auch. Das Unternehmen plant, Software für die Analyse der Daten zu verkaufen. Kunden sollen Ärzte oder Versicherungen sein.


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