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Leitartikel

Warum es bei der europäischen Zusammenarbeit hakt

AKTIV-Chefredakteur Ulrich von Lampe. Foto: Roth

Streit um Flüchtlinge, Finanzen, Exporte: Argwöhnisch schaut im europäischen Haus einer auf den anderen. Wo ist der „Geist von Lissabon“? 2007 schaffte die EU auf einem Gipfel in Portugal den letzten großen Schritt nach vorn, hin zu mehr Demokratie und mehr Reformkraft.

Um zu verstehen, wo der Zank seinen Ursprung hat, hilft der Blick in ein kaum beachtetes Zahlenwerk des EU-Statistikamts. Es zeigt seit 2007 eine dramatische Veränderung – mit Deutschland als großem Gewinner.

Die Statistiker berechnen den „tatsächlichen Individualverbrauch“: den mengenmäßigen Konsum je Einwohner. In einem aufwendigen Verfahren sind zum Beispiel Unterschiede im Preisniveau herausgerechnet.

Laut den neuesten Zahlen für 2017 liegt Deutschland einsam an der Spitze (wenn man von Luxemburg mit seinen 600.000 Einwohnern absieht). Wir konsumieren ein Fünftel mehr als den EU-Durchschnitt, auch mehr als Österreicher, Dänen und Holländer – die mehr Geld haben, aber sich dafür weniger kaufen können. 2007 standen noch acht Länder besser oder genauso da wie wir. Der Aufschwung ist Ergebnis mutiger Reformen und einer starken Industrie.

Und unsere größten Partnerländer? Welch ein Kontrast! Großbritannien rutschte von 114 auf 93 Prozent unseres Niveaus ab, Frankreich von 100 auf 89, Italien von 89 auf 80 und Spanien von 88 auf 74 Prozent.

Da kommt der Groll her! Deshalb der Widerwille, nach unserer Pfeife zu tanzen! Gute europaweite Regeln für Einwanderung, Staatsschulden und Wirtschaftspolitik lassen sich nur erreichen, wenn Deutschland die EU-Partner überzeugt: Es geht uns darum, auch euch stark zu machen!


Mehr zum Thema:

Was den Konsum der EU-Bürger betrifft: Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat aus den Jahren 2007 und 2017 offenbaren eine dramatische Veränderung – mit Deutschland als großem Gewinner. Hier gibt’s die Fakten.

Schlagwörter: Europa Politik

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