Interview

Warum dem Weihnachtsmann der Nachwuchs fehlt

Zeuthen. Bald laufen sie wieder durch die Fußgängerzonen: Weihnachtsmänner. AKTIV sprach mit Petra Henkert vom „Weihnachtsbüro“ in Zeuthen bei Berlin. Sie vermittelt seit 17 Jahren bundesweit bis zu 300 Weihnachtsmänner. Ihre Agentur gehört zu den Größten der Branche.

Die Adventszeit steht vor der Tür. Läuft bei Ihnen schon das Telefon heiß?

Nein. So funktioniert das nicht. Viele Betriebe fragen alljährlich schon ab August nach, um sich einen Weihnachtsmann früh zu sichern. Kaufhäuser buchen frühzeitig ganze Künstlerprogramme für ihre Aktionen. Im Dezember wird es dann hektisch. Dann buchen Familien für Nikolaus oder Heiligabend einen Weihnachtsmann.

Sie vermitteln seit 17 Jahren. Wie hat sich das Geschäft verändert?

Zunächst einmal stecken unter den roten Roben nicht mehr viele Studenten. Ihnen fehlt die Zeit. Dafür interessieren sich Alleinstehende oder Ältere, deren Kinder außer Haus sind, für den Job. Das sind Weihnachtsmänner mit Leib und Seele. Außerdem nimmt mittlerweile so mancher seine Vermittlung selbst in die Hand, per Internet. Und wird so zum Mitbewerber. Dafür reichen eine E-Mail-Adresse und die eigene Homepage.

Wo findet man die meisten Weihnachtsmänner?

Traditionell natürlich in den Ballungszentren und Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Köln. In einzelnen Regionen vermitteln auch noch die Arbeitsagenturen.

Hat jeder das Zeug zum Weihnachtsmann?

Nein. Man muss den Job lieben. Denn er ist auch stressig. Deshalb fehlt uns Nachwuchs. Man ist stundenlang unterwegs, kann bis zu 15 Auftritte täglich haben. Oft wird man dafür mit strahlenden Kinderaugen belohnt. Es gibt auch Regeln: Sauberes Kostüm, keine Turnschuhe. Essen mit Bart ist tabu. Wichtig: Ein guter Weihnachtsmann singt mit den Familien auch ein Weihnachtslied.


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