Sozialleistung

Wann bezahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe?


Auweia: Wer schmeißt den Haushalt, wenn die Mama – oder auch der Papa – ausfällt? Wer saugt Staub, macht die Wäsche, füllt den Kühlschrank? Wer wechselt Windeln, kocht Spaghetti? Die Antwort: eine Haushaltshilfe, bezahlt von der Krankenkasse.

Gesetzlich Versicherte haben in vielen Fällen Anspruch auf diese Kassenleistung. Etwa, wenn sie im Krankenhaus sind, eine Kur machen oder zu Hause gesund gepflegt werden müssen.

Allerdings ist die Sozialleistung an Bedingungen geknüpft. So muss erstens der Arzt bescheinigen, dass die Unterstützung notwendig ist. Ein klarer Fall ist da zum Beispiel eine schwere Lungenentzündung – dann sollte man ja lieber keine Einkaufstüten schleppen.

Zweitens muss im Haushalt mindestens ein Kind leben, das jünger als zwölf Jahre ist (oder aber behindert und dauerhaft auf Hilfe angewiesen). Einige Kassen zahlen auch bis zu Juniors 14. Geburtstag.

Drittens kommt die Kasse nur für den Einsatz auf, wenn kein anderer im Haushalt die anfallenden Arbeiten übernehmen kann.

Antrag möglichst vorab stellen

Nicole Ramcke, Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK), nennt ein Beispiel: „Die 17-jährige Schwester kann sich ja unter Umständen nachmittags für ein paar Stunden um ihren kleinen Bruder kümmern, bis der Vater von der Arbeit kommt.“

Den Antrag stellt man am besten vorab, etwa bei planbaren Operationen. „Im Notfall kann man den Antrag natürlich nachreichen.“

Nur selten kommt ein völlig Fremder ins Haus: „In der Regel suchen sich die Eltern eine Verwandte oder Freundin, die sie unterstützt“, so die TK-Sprecherin. Kosten werden „in angemessener Höhe“ erstattet, höchstens 64 Euro am Tag.

Springen Verwandte oder Verschwägerte bis zum zweiten Grad ein (etwa eine Schwester oder Oma), erstattet die Kasse die Fahrtkosten und einen Teil des Verdienstausfalls. Diese Regelung gilt auch, wenn zum Beispiel der Ehegatte unbezahlten Urlaub nimmt, um in die Bresche zu springen.

Details mit der Kasse klären

Zudem arbeiten die Kassen mit sozialen Dienstleistern wie etwa der Arbeiterwohlfahrt zusammen: Die schicken eine Hilfskraft, wenn es keine privat organisierte Lösung gibt. Die Kasse rechnet das dann direkt mit dem Träger ab.

Allerdings: Man muss sich an den Kosten beteiligen – normalerweise mit mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro pro Tag.

Wird die Haushaltshilfe wegen einer Schwangerschaft oder Entbindung nötig, entfällt diese Zuzahlung.

Wie lange einem die Hilfe zusteht, wird jeweils individuell festgelegt. Wenn es zu Komplikationen kommt, kann der Einsatz verlängert werden.
Im Fall des Falles sollte man die Details einfach mit seiner Krankenkasse besprechen.

Achtung: Die Haushaltshilfe ist eine Standard-Leistung der gesetzlichen Kassen. Wer privat versichert ist, muss im Kleingedruckten nachsehen, was für ihn gilt.

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