Fußball

Wahnsinn Bundesliga


Gut dabei: Die Bayern Franck Ribéry (oben) und Bastian Schweinsteiger (links) sowie Schalkes Raúl. Fotos: Imago (3), Wogi

Millionengagen für die Stars – und keinen stört’s

Frankfurt. König Fußball bricht alle Rekorde. 1,94 Milliarden Euro haben letzte Saison die 18 Vereine der Ersten Bundesliga umgesetzt – so viel wie nie zuvor! Und: Auch die Kassen der Kicker klingelten lauter denn je.

780 Millionen Euro sackten die rund 500 Erstliga-Profis ein. Das ist ein Viertel mehr als noch in der Saison 2008/2009, vermeldete jetzt der Ligaverband DFL.

Ribéry kriegt mehr als der Chef von VW

Heißt: 1,6 Milliönchen verdient ein Profi heute im Schnitt. Teuerster Balltreter ist Franck Ribéry von Bayern München. Sein Grundgehalt wird auf 10 Millionen Euro pro Saison geschätzt. Dazu kommen noch Prämien. Und natürlich die Einnahmen aus Werbeverträgen – die sich bei Megastars, laut der Kölner Unternehmensberatung „Sport + Markt“, locker auf 40 Prozent des Gesamt­einkommens addieren.

Vom Gehalt des durchschnittlichen Arbeitnehmers ist das noch um einiges weiter entfernt als der Schampus in der VIP-Loge vom Pils in der Fan-Kurve.

Seltsam, seltsam: Während die Gehälter von Spitzenmanagern der Wirtschaft mit schöner Regelmäßigkeit Entrüstungsstürme entfachen, stört sich kaum einer an den fetten Gagen der Bundesligastars. Vielleicht lohnt an dieser Stelle mal ein Vergleich zwischen zwei Marktführern.

In der abgelaufenen Spielzeit setzte Ligaprimus Bayern München 291 Millionen Euro um. Der Gewinn betrug laut Bilanz der „FC Bayern München AG“ 7,9 Millionen Euro.

Der Volkswagen-Konzern dagegen setzte allein in den ersten neun Monaten des letzten Jahres 116 Milliarden Euro um. Für das abgelaufene Gesamtjahr erwarten die Wolfsburger einen Gewinn von 11 Milliarden Euro. Wohlgemerkt: Milliarden!

Trotzdem aber verdient der Chef des VW-Imperiums, Martin Winterkorn, mit 9,3 Millionen Euro (2010) eine ganze Ecke weniger als Bayerns Ribéry.

Winterkorn trägt Verantwortung für aktuell 448.000 VW-Jobs weltweit. Ribéry muss „nur“ das Runde ins Eckige bugsieren.

Gerecht? Klar zumindest  ist: Der Fußballmarkt gibt solch fette Gehälter her! Weil wir die Show genießen. Und dafür bereitwillig zahlen.

In der Hinrunde der aktuellen Saison kamen pro Spiel durchschnittlich 44.345 Fans in die Stadien. Schon wieder Rekord – und 7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. So setzt die Bundesliga in dieser Saison wohl erstmals mehr als 2 Milliarden Euro um. So viel wie VW in knapp fünf Tagen.

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