Urteil

Wärmedämmung: Vorsicht an der Grundstücksgrenze!

Eine bessere Wärmedämmung von Wohngebäuden ist staatlich erwünscht: Um die energiesparende Nachrüstung von Altbauten voranzubringen, hat der Gesetzgeber sogar Rechte der betroffenen Nachbarn eingeschränkt. Die Details sind jedoch von Bundesland zu Bundesland verschieden. Und wie ein Urteil aus Hessen zeigt, kann man gar nicht vorsichtig genug sein, wenn eine geplante Dämmung über die Grundstücksgrenze ragen soll.

In dem Fall ging es um versetzt gebaute Reihenhäuser. Eine Eigentümerin wollte ihr Eckhaus mit 8 Zentimeter dicken Platten dämmen, auch an einer nur 1,10 Meter breiten Grenzwand. Doch die betroffenen Nachbarn stellten sich quer. Und sie gewannen vor Gericht – weil die Dämmung zu modern gewesen wäre!

Hinnehmen muss man als hessischer Nachbar nämlich nur das, was „über die Bauteilanforderungen der Energieeinsparverordnung in der jeweils geltenden Fassung für bestehende Gebäude nicht hinausgeht“: So steht es im hessischen Nachbarrechtsgesetz. Die sanierungswillige Eigentümerin hatte aber Bauteile mit einem noch besseren Wärmedurchgangskoeffizienten im Sinn – und das müssen die Nachbarn dann eben nicht dulden.

(Oberlandesgericht Frankfurt am Main, 26.9.2012, 19 U 110/12)


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