Tipps für Mieter, die vom Eigenheim träumen

Vorsicht Falle

Das Häuschen – ein Kinderspiel? Von wegen: Wer nur die Miete mit der Kreditrate vergleicht, hat sich schon verrechnet. Foto: Vario

Stuttgart. Wer sein Häuschen abbezahlt hat, kann mit gutem Gewissen in Rente gehen – eine Binsenweisheit. Auf dem Weg zum Eigenheim können Unvorsichtige allerdings leicht ins Stolpern geraten.

Grundsätzlich gilt: Kein Kauf ohne Erspartes! „Je mehr Eigenkapital eingesetzt wird, desto geringer das Risiko“, betont Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

20 Prozent Eigenkapital werden oft als Minimum genannt. Wobei man dafür nicht etwa alle Spargroschen ins Projekt stecken darf: Ein Polster von vier Nettomonatsgehältern für Notfälle ist ein Muss.

Mieten oder kaufen? Wer darüber nachdenkt, darf nicht nur auf den Kaufpreis schielen, so Nauhauser: „Auch die Erwerbsnebenkosten und besonders die laufenden Instandhaltungskosten spielen eine Rolle.“

Beim Kauf ergeben die Notarkosten, die Maklerprovision, die in den meisten Bundesländern stark gestiegene Grunderwerbsteuer und so fort je nach Region locker 15 Prozent des Preises: Bei einem Häuschen für 200.000 Euro kommen also schnell 30.000 Euro dazu.

Unterschätzte Folgekosten

Und nach dem Kauf bleibt es nicht bei den Raten für die Bank. Die Grundsteuer muss bezahlt werden, die Gebäudeversicherung, bei Eigentumswohnungen oft ein Verwalter.

Zudem können die Folgekosten etwa für einen neuen Heizkessel erheblich sein. Als Faustregel für Hausbesitzer empfiehlt der Verband Haus & Grund daher, „jährlich etwa 1,5 Prozent der Herstellungskosten“ für Instandhaltung und Reparaturen zu sparen.

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie sollte unbedingt ein Fachmann beurteilen, welche Maßnahmen in absehbarer Zeit fällig werden. Auch Bauherren sollten sich von unabhängigen Experten beraten lassen, die etwa die Leistungsbeschreibung unter die Lupe nehmen. „Häufig behalten sich die Bauträger verschiedene Optionen vor, sodass die Leistung in unterschiedlicher Qualität erbracht werden kann“, warnt Nauhauser, „und oft gelten die Preise nur für eine einfache Grundausstattung – jeder Sonderwunsch treibt den Endpreis spürbar in die Höhe.“

Vor einem Kauf muss auch die Lebensplanung auf den Prüfstand. Wer räumlich mobil sein will oder muss, bleibt besser in der Mietwohnung. „Immobilien sind eine sehr unflexible Form der Kapitalanlage“, erklärt der Verbraucherschützer, „bei Engpässen ist das Kapital nicht schnell verfügbar.“ Und nicht immer bekommt man alles Geld zurück: „Immobilien sind auch an Top-Standorten keine Kapitalanlage ohne Risiko“, weiß Nauhauser. „Man muss es finanziell aushalten können, wenn die Immobilie an Wert verliert.“

Doch Geld ist bekanntlich nicht alles im Leben. Das eigene Haus bietet viel mehr Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung, der eigene Garten macht nicht nur den Kindern Freude. Mit einer Immobilie kauft man sich oft auch ein Stück Lebensqualität.


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Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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