Experte zum Reizthema „Arm trotz Arbeit“

Vollzeit würde helfen!

Bonn. In den USA sind sie ein fester Begriff, die „working poor“: Menschen, die trotz harter Arbeit nicht über die Runden kommen. Ist so etwas auch bei uns verbreitet, wie manche behaupten? Keineswegs, wie Hilmar Schneider erklärt, Chef des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn.

„Tatsächlich tritt nur in 3 Prozent aller Haushalte das Problem auf, dass sie trotz Vollzeitarbeit nicht über die Armutsschwelle kommen“, schrieb Schneider nun im Fachmagazin „Wirtschaftswoche“. Die meisten Menschen, die trotz Erwerbstätigkeit als armutsgefährdet gelten, „sind nicht deshalb arm, weil ihre Löhne zu gering sind – sondern weil sie bei durchaus anständigen Löhnen zu wenig arbeiten“. Eine der wichtigsten Ursachen seien fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Alleinerziehende. „Das wirksamste Mittel, Erwerbsarmut zu bekämpfen“, so der Experte, „liegt nicht in einem höheren Mindestlohn – sondern in der Beseitigung von Arbeitszeitbeschränkungen.“


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