Elektronischer Daten-Abruf lässt auf sich warten

Virtuelle Steuerkarte

Hier ändert sich gerade etwas: Diese beiden jungen Leute bekommen jetzt neue Steuerklassen. Foto: Straßmeier

Eigentlich sollte sie ja schon 2011 eingeführt sein: die elektronische Lohnsteuerkarte. Doch daraus wurde bekanntlich nichts – als Starttermin für den Abruf der "elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale" (ELSTAM) ist inzwischen der 1. Januar 2013 geplant. Dann soll es genügen, wenn ein Mitarbeiter der Personalabteilung seine Steuer-Identifikationsnummer mitteilt – alle anderen nötigen Daten kann der Betrieb dann bei der Finanzverwaltung abrufen.

Die gute alte Papp-Lohnsteuerkarte hatten die Steuerbürger aber letztmals für das Jahr 2010 bekommen. Folge: Wenn sich nun an den Lebensumständen etwas ändert, zum Beispiel durch die Geburt eines Kindes, muss man das dem Finanzamt kundtun. „Früher teilten Arbeitnehmer solche Änderungen auf der Meldebehörde mit“, erklärt Nora Schmidt-Keßeler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer, „jetzt führt die Finanzverwaltung eine Datenbank, die diese Merkmale enthält und für den Arbeitgeber zum Abruf bereitstellt.“ Das Finanzamt ändert also beispielsweise nach einer Hochzeit oder Scheidung die Steuerklasse.

„Wenn das elektronische Verfahren läuft, werden Änderungen zum Beispiel der Adresse oder auch Kirchenein- und -austritte direkt von den Bürgerbüros an die Finanzverwaltung übermittelt“, sagt die Fachfrau. Bis es aber soweit ist, müssen die Arbeitnehmer selbst einen Änderungsantrag beim Finanzamt stellen. Den jeweils passenden Vordruck findet man im Netz unter www.elster.de.

„Soll zum Beispiel eine andere Steuerklasse noch im laufenden Kalenderjahr berücksichtigt werden, muss der Antrag bis zum 30. November gestellt werden“, erklärt Schmidt-Keßeler.

Arbeitnehmer, die ihren Job wechseln oder arbeitslos werden, bekommen vom Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte für 2010 zurück – oder die "Ersatzbescheinigung": Beide gelten weiter, bis das elektronische System läuft. Berufseinsteiger beantragen eine neue Ersatzbescheinigung und geben diese dann in der Firma ab.

Für Auszubildende gilt eine Sonderregelung: „Es wird unterstellt, dass bisher keine Lohnsteuerkarte beziehungsweise Ersatzbescheinigung vorliegt – schließlich handelt es sich in der Regel um Schulabgänger, die erstmals berufstätig werden“, sagt Schmidt-Keßeler. Der Betrieb kann dann einfach den Lohnsteuerabzug nach Steuerklasse I vornehmen. „Dafür muss der Azubi aber schriftlich bestätigen, dass es sich um sein erstes Dienstverhältnis handelt.“

Wer Fragen zum ELSTAM-Verfahren hat, kann sich an eine bundesweite Hotline wenden, die per Mail unter elstam-hotline@elster.de sowie unter der Rufnummer 01805 - 23 50 99 erreichbar ist. Festnetz-Anrufe kosten pro Minute 14 Cent, Handy-Anrufe bis zu 42 Cent.


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Zwei Dinge sind sicher im Leben, weiß der Volksmund – der Tod und die Steuern … Und sicher ist damit auch, dass AKTIV immer wieder Tipps zu Steuerthemen gibt. Wichtige Artikel finden Sie hier.

aktualisiert am 29.09.2017

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