Leitartikel

Viele Einwanderer haben es jetzt noch schwerer

AKTIV-Chefredakteur Ulrich von Lampe. Foto: Roth

Die Gutmenschen, die den jetzt beschlossenen Mindestlohn als Meilenstein für ein besseres und friedlicheres Deutschland bejubeln, werden sich noch umgucken: Er wird vor allem Ausländer aus ihren Jobs verdrängen, sie in die Abhängigkeit staatlicher Hilfeleistungen treiben – und am Ende womöglich die Fremdenfeindlichkeit befeuern.

Die böse Unterstellung, wonach Menschen aus anderen Gegenden dem deutschen Steuerzahler gern auf der Tasche liegen: Sie wird in der Hartz-IV-Statistik scheinbar bestätigt werden. Gewisse Kreise kochen daraus ihr Süppchen. Und wenn dann Gewerkschaftsführer zu Demos gegen Ausländerhass aufrufen, können sie sich erneut als Gutmenschen profilieren; was für ein Irrsinn!

Dabei liegen die Zahlen auf dem Tisch. Jeder dritte ausländische Beschäftigte, darauf wies kürzlich noch einmal eindringlich das Forschungsinstitut der Arbeitsämter hin, ist lediglich für sogenannte Helfer-Tätigkeiten geeignet. Und damit vom allgemeinen gesetzlichen Verbot, selbst einfache Arbeit für weniger als 8,50 Euro zu erledigen, in besonderem Maße betroffen.

Unter den Arbeitnehmern mit deutschem Pass (von denen viele ja ebenfalls einen Migrationshintergrund haben) gilt das „nur“ für jeden achten. Die deutsche Bildungskatastrophe der letzten Jahre und Jahrzehnte war eben vor allem ein Desaster in Sachen Ausländer-Integration – entsprechend trifft es besonders die Zuwanderer, wenn jetzt der Mindestlohn zum Jobkiller für Geringqualifizierte wird. Es ist ein hochbrisanter Zusammenhang. Von der türkischstämmigen Bevölkerung in der Altersgruppe 30 bis 34 Jahre haben 53 Prozent keinerlei Berufsabschluss.


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