RSS Feed abonnieren
Feedback senden

Kaum bekannt: Ein makabrer Weg zu mehr Rente

Versorgungsausgleich kann man ändern – so geht die „Anpassung wegen Tod“

Wer geschieden ist, sollte wissen: Nach dem Tod des Ex-Partners kann man den Versorgungsausgleich oft ändern lassen – auch nach Jahrzehnten! Wir erklären diesen Weg zu mehr Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Das liebe Geld im Alter: Die meisten Senioren im Lande stehen finanziell prima da. Foto: Fotolia

Das liebe Geld im Alter: Die meisten Senioren im Lande stehen finanziell prima da. Foto: Fotolia

Berlin. Viele Jahre nach der traurigen Scheidung nähert man sich dem Ruhestand, der Ex-Partner ist inzwischen schon irgendwann verstorben – in so einem Fall sollte man wissen: Per Antrag kann man seine gesetzliche Rente oft deutlich erhöhen!

Das liegt daran, dass zu einer Scheidung normalerweise der sogenannte Versorgungsausgleich gehört: Die Anrechte der Ehepartner bei der Rentenversicherung wie auch bei anderen Versorgungseinrichtungen werden fair aufgeteilt.

Änderung nur auf Antrag

Die Rentenkasse überträgt dafür einfach entsprechend viele Entgeltpunkte vom Konto des ausgleichspflichtigen Partners aufs Rentenkonto des anderen Partners. So weit, so einfach – und nun der makabre Trick:

Laut Versorgungsausgleichsgesetz ist eine „Anpassung wegen Tod der ausgleichsberechtigten Person“ möglich. Man kann sich die im Zuge des Versorgungsausgleichs abgegebenen Rentenpunkte also auch noch viele Jahre später zurückholen! Dafür muss man allerdings einen entsprechenden Antrag stellen.

Kein Nachteil für Hinterbliebene

Die Sache klappt laut Rentenversicherung immer dann, „wenn der frühere Ehepartner gestorben ist und selbst höchstens 36 Monate Rente aus den im Versorgungsausgleich erworbenen Anrechten erhalten hat“. Interessanterweise verringert sich die Höhe einer Hinterbliebenenrente durch die Anpassung nicht.

Übrigens: Wie so ein Versorgungsausgleich insgesamt abläuft und worauf man dabei achten sollte, erklärt eine offizielle Broschüre der Rentenversicherung: Dieser Link führt direkt dorthin.


Weitere Berichte zum Thema Rente und Altersvorsorge:

Post aus der Zukunft – die Renteninfo der gesetzlichen Rentenversicherung. Was sind die dort zu lesenden Zahlen wert? Wie ist das mit der Inflation? Und was folgt daraus? AKTIV hilft, das wichtige Schreiben zu verstehen.

Studium oder Kindererziehung, Auslandsaufenthalt, Beschäftigung in der DDR – darüber weiß die Rentenkasse erstmal: nichts. Hier hilft eine Kontenklärung. Und die sollte jeder machen, dessen Rentenkonto noch Lücken hat.

Ab 1. Juli haben Deutschlands Rentner deutlich mehr Geld: Die Renten steigen um 3,22 Prozent (im Osten um 3,37 Prozent) und laufen den Löhnen davon. Warum, erklärt Jochen Pimpertz vom Institut der deutschen Wirtschaft.

Raten Sie mal: Wann kommt die Rente mit 67? Antwort: Sie kommt schon seit mehr als fünf Jahren, Schritt für Schritt – und der ganze Prozess wird noch mehr als zehn Jahre dauern! AKTIV erklärt eine sinnvolle Reform.

Für die meisten Bürger ist es von existenzieller Bedeutung: das Rentensystem. Man sollte also wissen, wie es funktioniert – und wie es sich in Zukunft entwickelt. Dieses interaktive Video liefert einen Überblick.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Zum Anfang