Interview

„Verpackung im Fokus“


Michaela Lehmann, Umweltexpertin beim Beratungsnetzwerk der Druck- und Medienverbände printXmedia Süd. Foto: Verband

Kunden fordern Klima-Denken ein

Berechnungen in Sachen CO2 sind für viele Betriebe Neuland: Was treibt sie dazu, wer hilft ihnen dabei? AKTIV sprach darüber mit Michaela Lehmann. Sie ist Umweltexpertin beim Beratungsnetzwerk der Druck- und Medienverbände printXmedia Süd.

AKTIV: Ketzerisch gefragt: Haben die Firmen nichts Besseres zu tun, als Klimagas-Rechnungen zu machen?!

Lehmann: Nachrichten über Naturkatastrophen, die dem Treibhauseffekt zugeschrieben werden, schärfen die öffentliche Aufmerksamkeit für den Klimawandel. Damit gewinnt eine umwelt- und ressourcenschonende Produktion für die Industrie noch mehr an Bedeutung.

AKTIV: Weil die Kunden das einfordern?

Lehmann: Ja, auch. Viele Firmen haben den Klimaschutz zu einem Unternehmensziel gemacht – da ist es nur konsequent, dass man für Geschäftsberichte und andere Drucksachen eine CO2-Bilanz erstellen lässt. Logische Folge: Im nächsten Schritt geraten die Verpackungen in den Fokus. Der Rohstoff Papier hat ja schon hohe Recycling-Quoten – also schaut man sich nun die Produktionsprozesse näher an.

AKTIV: Wie helfen da die Branchenverbände?

Lehmann: Wir bieten einen CO2-Rechner an, ein auf die Druckindustrie und inzwischen auch auf die Papierverarbeitung zugeschnittenes Programm. Es berechnet genau, wie viel Kohlendioxid bei der Herstellung eines Produktes emittiert wird.

AKTIV: Das haben wir uns jetzt bei Edelmann angesehen. Ist dieses Unternehmen da noch allein auf weiter Flur?

Lehmann: Nein. Inzwischen arbeiten schon rund 20 Firmen aus dem Bereich der Papierverarbeitung mit dem Rechner. Darunter zum Beispiel Faller, Höhn, Karl Knauer, Weisert + Daur – und so fort.

AKTIV: Alle haben das gleiche Programm?

Lehmann: Ja. Aber vor der Inbetriebnahme werden ganz individuelle Betriebsdaten wie Verbrauch, Materialien, Produktionsmittel und so weiter eingegeben – und zum Beispiel auch, wie viele Mitarbeiter per Auto, Bus oder Fahrrad kommen. Wer möchte, kann seinen CO2-Ausstoß natürlich auch kompensieren, also über den weltweiten Emissionshandel ausgleichen.

 

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