Erfolgsgeschichte 25 Jahre nach dem Mauerfall

Verkehrsnetz im Osten weitgehend modernisiert

Berlin. Ein Land – zwei Wirklichkeiten: Der aktuelle Stand bei den „Verkehrsprojekten Deutsche Einheit“ liest sich wie ein Gegenentwurf zum ansonsten so maroden Straßennetz der Republik. Von den über 2.000 geplanten Autobahnkilometern warten nur noch rund 80 auf den Aus- oder Neubau. Eine Tour von Bayern nach Berlin ist für Autofahrer oder Spediteure längst kein Abenteuer mehr.

Rund 34 Milliarden Euro, so die aktuelle Bilanz des Verkehrsministeriums, wurden seit 1991 in Straßen, Schienen und Wasserwege investiert.

Das Autobahnnetz

Durchgehend auf drei frisch geteerte Spuren in jede Richtung ausgebaut ist die A 9 von Nürnberg nach Berlin in Bayern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg – in Thüringen zu mehr als zwei Dritteln.

Zweispurig je Richtung geht es auf der A 20 von Lübeck nach Stettin. Der Ostseeküstenraum Mecklenburg-Vorpommerns und Polens ist so ans europäische Autobahnnetz angebunden. Eine wichtige Trasse, da Deutschland das Transitland Nummer eins im europäischen Binnenmarkt ist.

Komplett dreispurig führt die A 2 von Hannover nach Berlin und die A 10 auf dem Süd- und Ostring rund um die Hauptstadt.

Für eine Verbindung der Wirtschaftszentren Rhein-Ruhr und Rhein-Main mit Thüringen, Sachsen und der polnischen Region Schlesien sorgen die A 44 von Kassel nach Eisenach und die A 4 von Eisenach nach Görlitz.

Eine Entlastung für die Autobahnen A 2 und A 4 schafft die neu gebaute A 38 von Göttingen nach Halle. Zudem bindet sie den dortigen Ballungsraum ans Ruhrgebiet an.

Ausgaben für alle sieben Straßenprojekte insgesamt: 15,3 Milliarden Euro.

Das Schienennetz

Mit 481 Kilometern ist die Verbindung Nürnberg–Berlin die längste unter den Schienenprojekten. Und sie ist besonders wichtig – als Abschnitt der Nord-Süd-Hochgeschwindigkeitsverbindung des europäischen Schienennetzes. Spektakulär ist die Trasse zudem: 22 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 41 Kilometern im Thüringer Wald sind im Rohbau mittlerweile fertig. 18 Talbrücken wurden erstellt, darunter auch die 1.681 Meter lange Ilmtalbrücke. Nach Ende aller Bauarbeiten 2017 wird die Fahrzeit von Nürnberg nach Berlin weniger als drei Stunden betragen.

Gerade mal eineinhalb Stunden braucht ein ICE auf der Strecke von Hamburg nach Berlin. Über diesen Schienenstrang sind zudem die Industrieregionen Ost- und Südosteuropas an die deutschen Nordseehäfen angebunden.

Ausgaben für alle neun Schienenprojekte insgesamt: 16,9 Milliarden Euro.

Die Wasserstraßen

Auf einer Gesamtlänge von 280 Kilometern wurde die Verbindung von Hannover nach Berlin über den Mittellandkanal und die Havel weitgehend ausgebaut – inklusive einer Kanalbrücke über die Elbe für 140 Millionen Euro bei Magdeburg. Weil große Schubverbände mit Einheiten von je 3.500 Tonnen Gewicht dort fahren können, entlastet diese Trasse auch die West-Ost-Verbindungen auf Straße und Schiene.

Ausgaben für das Wasserstraßenprojekt im Rahmen der Einheit: 1,6 Milliarden Euro.


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Bei dieser Zahl muss jeder Autofahrer schlucken: 2.600 Autobahn-Kilometer sind in einem schlechten Zustand, 20 Prozent des Streckennetzes. Jeder Berufstägige steht jährlich fünf Tage im Stau. Einziger Ausweg: Es muss mehr gebaut werden.

Vor 25 Jahren war die DDR am Ende. Wie steht Ostdeutschland heute da, etwa in Sachen Wirtschaftskraft, Arbeitslosigkeit oder Geburtenrate? Das erklärt dieses Video aus dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

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