Wirtschaftslexikon

Verbrauchsteuer

Neben der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer bilden die sogenannten Verbrauchsteuern die wichtigste Einnahmequelle des Staates. Sie werden – entweder als Mengen- oder Wertsteuer – auf den Verbrauch bestimmter Waren oder die Nutzung von Dienstleistungen erhoben.

Mengensteuern zeichnen sich dadurch aus, dass sie in Euro und Cent genau festgelegt werden und sich auf Mengeneinheiten wie Kilogramm, Liter oder Stück beziehen. Beispiele sind in Deutschland die Steuern auf Energie (früher Mineralöl), Bier und Hunde.

Wertsteuern hingegen berechnen sich immer anteilsmäßig am Verkaufspreis einer Ware oder Dienstleistung. Zu ihnen gehören etwa die Lotterie- oder die Versicherungsteuer.

Steuer auf Benzin und Diesel besonders ertragreich

Die bedeutendste Verbrauchsteuer ist die Energiesteuer, die zum Beispiel auf Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel erhoben wird. Sie bringt dem Staat jährlich rund 40 Milliarden Euro ein. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die Besteuerung an der Tankstelle. Autofahrer zahlen dort für jeden Liter Benzin 65 Cent in die Staatskasse, für Diesel sind es 47 Cent.

Fast alle wichtigen Verbrauchsteuern fließen dem Bund zu. Neben der Energiesteuer sind das vor allem die Steuern auf Tabak (rund 14 Milliarden Euro Einnahmen im Jahr) und Versicherungen (rund 11 Milliarden Euro im Jahr).

Die einzige Verbrauchsteuer, von der die Länder profitieren, ist die Biersteuer. Diese Regelung wurde ihnen auf Drängen Bayerns vor der Verabschiedung des Grundgesetztes zugestanden. Für Kommunen hingegen sind viele Verbrauchsteuern ein willkommener Geldsegen. Die Hunde- und die Zweitwohnungsteuer sind zum Beispiel weit verbreitet.

Zudem sind manche Städte und Gemeinden recht kreativ, um sich neue Verbrauchsteuern einfallen zu lassen. In Köln etwa wird seit 2004 die deutschlandweit erste „Sexsteuer“ auf erotische Dienstleistungen von Prostituierten erhoben.


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