Ein Blick in die Zukunft des deutschen Exportmodells

Unser Wohlstand in 50 Jahren


Paris. Deutschland als Ingenieurbüro der Welt – funktioniert das auch noch als Wohlstandsgarant für unsere Kinder und Enkel? Unsere Maschinen, Anlagen, Autos, Chemieprodukte – bleiben sie so gefragt wie heute? Die OECD, die in Paris ansässige Denkfabrik der Industriestaaten, wirft jetzt einen fundierten Blick in die Zukunft.

Kern des Szenarios, das die Forscher für am wahrscheinlichsten halten: „In einem halben Jahrhundert ist die Kluft zwischen den Lebensverhältnissen in aufstrebenden und hochentwickelten Nationen weniger ausgeprägt als heute.“

Doppelt so viel Kaufkraft wie heute

Deutschland fällt bis zum Jahr 2060 im Ranking der Wirtschaftsnationen von Rang 5 auf Rang 10 zurück – wegen der schrumpfenden Bevölkerung. Doch mit acht Millionen weniger Erwerbstätigen als heute produzieren wir real 69 Prozent mehr als zurzeit!

Dabei wird die Wirtschaftsleistung, wie in solchen Studien üblich, in „Kaufkraftparität-Dollar“ beziffert: Die Zahlen in nationaler Währung werden mit fiktiven Wechselkursen umgerechnet, zu denen man im Jahr 2005 für 1 Dollar überall gleich viel bekommen hätte. So wird der Vergleich nicht durch Wechselkurskapriolen verzerrt.

Die reale Kaufkraft pro Kopf liegt im Deutschland des Jahres 2060 um 107 Prozent höher als heute – Rang 13 im OECD-Ranking und immer noch 32 Prozent mehr als in China. Es setzt sich fort, was Industriepräsident Hans-Peter Keitel so beschreibt: „Die deutsche Wirtschaft ist äußerst erfolgreich auf den Weltmärkten.“ Anders als andere Industrieländer „konnten wir unseren Anteil weitgehend halten“.

Freilich: „Keine unserer Voraussagen ist in Stein gemeißelt“, sagt OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Der Schlüssel zu Wohlstand (und dessen Umweltverträglichkeit) „liegt in mehr Bildung und Produktivität“.

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