Verblüffende Fakten über echte und falsche Banknoten

Unser Bargeld: Der 50-Euro-Schein ist jetzt noch besser

Der neue Fuffi ist da – er ist noch fälschungssicherer. Aber wie wahrscheinlich ist es eigentlich, einer Blüte zu begegnen? Und warum nimmt der Gesamtwert der Euro-Scheine im Umlauf immer weiter zu? AKTIV klärt auf.

Der Neue: Eine „50“ schillert grün, die mythische Prinzessin Europa blickt durchs Fenster-Hologramm. Foto: dpa

Der Neue: Eine „50“ schillert grün, die mythische Prinzessin Europa blickt durchs Fenster-Hologramm. Foto: dpa

Frankfurt. Manche haben ihn schon in der Hand gehabt, allen anderen wird er bald begegnen: der neue 50-Euro-Schein. Er ist noch fälschungssicherer. Dafür sorgen eine grün schillernde Wertangabe (im Fachjargon: „Smaragdzahl“) und das Bild der mythischen Prinzessin Europa im Fenster-Hologramm.

Die technisch nicht ganz so anspruchsvolle Vorgänger-Version wird am häufigsten kopiert. Vier von zehn aus dem Verkehr gezogenen Blüten sind falsche Fuffziger, wie die Europäische Zentralbank mitteilt.

Wobei Privatleute schon sehr viel Pech haben müssten, um jemals Falschgeld in die Hände zu bekommen! Zum einen erhält man 50er fürs Portemonnaie ja meistens nicht als Wechselgeld, sondern – frisch geprüft – aus dem Automaten oder am Bankschalter. Zum anderen ist die Zahl der Fälschungen nur auf den ersten Blick hoch.

Eurolandweit sind 2016 rund 684.000 nachgemachte Banknoten aus dem Verkehr gezogen worden – allerdings sind inzwischen fast 20 Milliarden echte Scheine im Umlauf! „Statistisch muss man 1.000 Jahre alt werden, um einmal mit Falschgeld in Berührung zu kommen“, sagt daher Carl-Ludwig Thiele, im Bundesbank-Vorstand fürs Bare zuständig.

Die Zahl aller Euro-Scheine hat seit Einführung der gemeinsamen Währung auf mehr als das Doppelte zugenommen. Sogar noch stärker stieg der Gegenwert der Banknoten, die im Umlauf sind. Mehr als 1,1 Billionen Euro sind es inzwischen. Diese Zahl ändert sich übrigens kaum, wenn man den vergleichsweise geringen Wert aller Euro- und Cent-Münzen hinzuaddiert: knapp 27 Milliarden Euro.




Der anhaltende Boom der Scheinchen lässt sich erklären. Es gibt mehr Euro-Staaten als früher, wobei die Neulinge vergleichsweise klein sind. Seit 2007 kamen Slowenien, Malta, Zypern, die Slowakei, Estland, Lettland und zuletzt Litauen dazu. Übrigens ist der Euro auch Zahlungsmittel in Montenegro und im Kosovo, offiziell, aber ohne Erlaubnis der Währungshüter.

Wichtiger noch: Die Euro-Scheinchen sind ein „beliebtes Wertaufbewahrungsmittel“, so Thiele – und das fast grenzenlos. Schätzungsweise ein Drittel des Werts aller Euro-Banknoten wird jenseits des Euro-Raums aufbewahrt.

Und auch in Euroland selbst wird munter Cash gebunkert. Genau erfassen lässt sich das nicht – das hat Bargeld nun mal so an sich. Aber laut Bundesbank-Schätzung besitzen allein die Bundesbürger fast 120 Milliarden Euro „gehortete Barreserven“. Das wären pro Kopf rund 1.400 Euro.

Eine Umfrage im Vorjahr ergab da mit im Schnitt 1.115 Euro einen nur etwas niedrigeren Wert. Und die Erkenntnis: 42 Prozent der Deutschen lagern Kohle daheim. Beliebtestes Versteck ist demnach nicht etwa die sprichwörtliche Matratze, sondern – der Kühlschrank. Und im „Spar- und Anlageindex“ der Bank Comdirect zeigt sich allmonatlich wieder, dass jeder Dritte seine Ersparnisse zumindest teilweise einfach bar zu Hause aufhebt.

500-Euro-Schein hat bald ausgedient

Und das alltägliche Bezahlen? Für diesen Zweck werden bei uns, verblüffend genug, „maximal 10 Prozent des emittierten Bargelds“ genutzt, wie Bundesbanker Thiele sagt.

Euro-Scheine für jeden Zweck werden ab 2019 noch sicherer: Dann werden der 100er und der 200er drucktechnisch aufgemöbelt. Zusätzliche 500-Euro-Scheine allerdings werden ab etwa Ende 2018 gar nicht mehr ausgegeben.

Übrigens: Wie man Fälschungen erkennt, zeigt die Bundesbank in einem Web-Tutorial, das über bundesbank.de erreichbar ist.

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