Wirtschaftslexikon

Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung ist Teil der deutschen Sozialversicherung. Sie besteht seit 1884 und unterstützt Menschen nach Unfällen, während der Arbeit und auf dem Arbeitsweg sowie bei Berufskrankheiten.

Die Träger der Unfallversicherung sind Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, über die alle abhängig Beschäftigten geschützt sind. Im Gegensatz zu Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung übernehmen allein die Arbeitgeber die Beiträge.

Ihre Höhe richtet sich zunächst nach dem Bruttogehalt der Beschäftigten. Allerdings werden die Beiträge modifiziert, indem Arbeitnehmer sogenannten Gefahrklassen zugeordnet werden. Diese hängen vom Gewerbezweig ab und werden jedes Jahr neu berechnet.

Hilfe zur Genesung steht an erster Stelle

Das Hauptziel der Unfallversicherung ist die vollständige Genesung der verunglückten Versicherten. Deshalb werden die Kosten der medizinischen Rehabilitation getragen. Mitarbeiter sollen ihre Arbeit wieder an gewohnter Stelle aufnehmen können.

Gelingt das nicht, übernehmen die Träger auch die Kosten für einen Umbau des Arbeitsplatzes – wenn der Aufwand verhältnismäßig ist. Ist das nicht machbar, sollen Weiterbildungsmaßnahmen zumindest den Verbleib des Arbeitnehmers im angestammten Unternehmen ermöglichen.

Ist ein Mitarbeiter arbeitsunfähig und in der medizinischen Rehabilitation, erhält er über die Unfallversicherung das sogenannte Verletztengeld in Höhe von 80 Prozent des regelmäßigen Bruttogehalts. Beiträge für Renten- und Arbeitslosenversicherung werden allerdings noch abgezogen.

Weitere Leistungen der Unfallversicherung sind das Übergangsgeld für Personen, die berufsfördernde Maßnahmen besuchen, Pflegegeld für Menschen, die fremder Hilfe bedürfen, und Leistungen für Hinterbliebene wie Sterbegeld oder Rente. Die Kosten aller Entschädigungsleistungen (Rehabilitation und Geldzahlung) betragen jährlich rund 9 Milliarden Euro.

Neben den abhängig Beschäftigten profitieren auch andere Personengruppen wie Kindergartenkinder, Schüler und Studenten von den Leistungen der Unfallversicherung. Ihre Beiträge werden aus dem Staatshaushalt bezahlt.


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