M+E Industrie

Und jetzt Vollgas …

Freie Bahn: Die Baustellen sind geräumt, die Firmen haben jetzt Klarheit bis April 2013. Foto: dpa

Tarifabschluss bringt mehr Geld – und bewahrt betriebliche Flexibilität

Sindelfingen. So viel Plus gab es lange nicht mehr: Um 4,3 Prozent sollen die Entgelte steigen – rückwirkend zum 1. Mai. Darauf haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber der Metall- und Elektro-Industrie (M+E) in einem Pilotabschluss im Südwesten geeinigt. Die von beiden Seiten empfohlene Übernahme in den anderen Tarifregionen stand bei Redaktionsschluss noch aus.

Deutlich mehr Kaufkraft


Der hohe Abschluss sei „ein Wechsel auf die Zukunft“, betonte Rainer Dulger, der Vorsitzende und Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. „Aber wir glauben weiterhin an eine stabile Entwicklung in der M+E-Industrie.“ Hintergrund: Auch nach der jüngsten Aufholjagd liegt die Produktion kaum höher als im Sommer 2008, vor der Finanz- und Wirtschaftskrise.

„Die dauerhafte Erhöhung beteiligt die Belegschaften am Erfolg und sichert reale Entgelt-Zuwächse“, hob der IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann hervor. Die jährliche Teuerung lag zuletzt bei 2,1 Prozent. Die Entgelt-Regelung gilt bis Ende April 2013.

Zugleich klärten die Tarifparteien zwei andere Themen:

● Zeitarbeitern, die 24 Monate im gleichen Betrieb eingesetzt worden sind, muss ein Übernahme-Angebot gemacht werden – Ausnahmen gelten etwa beim Einsatz in befristeten Projekten. Firmenleitung und Betriebsrat können jetzt auch eigene Regeln festlegen; Einschränkungen bei der Zeitarbeit sollen dann durch mehr interne Flexibilität ausgeglichen werden.

● Azubis sollen nach bestandener Prüfung grundsätzlich unbefristet übernommen werden. Das gilt nicht, wenn über Bedarf ausgebildet wird, die Geschäftslage sehr schlecht ist oder jemand aus „personenbedingten Gründen“ ungeeignet ist.

Bei beiden Punkten bleibt den Betrieben damit letztlich wichtiger unternehmerischer Freiraum erhalten.

Um nicht ausbildungsreife junge Leute für M+E fit zu machen, soll es nun überall regionale Förderprogramme geben.

Lesen Sie dazu auch unser Interview mit Rainer Dulger


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