E-Mobilität

Und die Power kommt aus der Steckdose


Fahrzeuge und Ladetechnik: Da hat Hessen die Nase vorn

Leistungsstark von der Forschung bis zum konkreten Fahrzeug: Hessen ist Modellregion, wenn es um Elektromobilität geht. AKTIV stellt die E-Mobile von Opel vor und zeigt, welche Bedeutung Siemens für die neue Technologie hat.

Rüsselsheim/Frankfurt. Frech und pfiffig kommt er auf der Teststrecke von Adam Opel angeflitzt: der RAK e. Und sparsam ist das Elektrofahrzeug auch. Mit nur einem Euro kommt man 100 Kilometer weit, versprechen die Opel-Entwickler.

Der Pro-Kopf-Energiebedarf ist zehnmal niedriger als der eines sparsamen konventionellen Kleinwagens. Und mit einer auf 45 Stundenkilometern gedrosselten Variante könnten den RAK e bereits 16-Jährige fahren. „So stellen wir uns zukünftige Mobilität vor“, sagt Opel-Design-Chef Mark Adams.

Ampera startet Ende des Jahres

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern in der Stunde (ungedrosselt) eignet sich der Zweisitzer auch für die Autobahn. Noch ist der RAK e zwar ein Experimentalfahrzeug für die elektromobile Zukunft. Doch er könnte später im täglichen Verkehr zu sehen sein, wie bald auch sein großer Bruder, der Opel Ampera.

Ende des Jahres kommt der Ampera auf die Straßen – als erstes voll alltagstaugliches Elektroauto eines europäischen Herstellers. Eine große Lithium-Ionen-Batterie versorgt den 150 PS ­starken Elektromotor mit Energie. Je nach Fahrweise, Streckenprofil und Außentemperatur lassen sich mit dem Antrieb Distanzen von 40 bis 80 Kilometern zurücklegen.

Auf längeren Entfernungen fungiert ein Benzinmotor als Generator, um den Ampera weiterhin elektrisch anzutreiben. „Damit sind sogar Reisen von mehr als 500 Kilometern drin“, sagt Rita Forst, Entwicklungschefin bei Opel. Bei Siemens wird unterdessen an der passenden Ladetechnikgearbeitet.

Seit Anfang dieses Jahres werden im Schaltanlagenwerk Frankfurt-Fechenheim mit rund 1.300 Mitarbeitern erstmals Ladesäulen in Serie produziert.

Der erste Großauftrag dafür kam nun aus Portugal. Bis zu 300 Stück sollen im Rahmen des portugiesischen Programms zur Förderung der E-Mobilität hergestellt werden.

Das Interesse an schneller Ladetechnik ist groß. Die im Frühjahr in den Markt eingeführte Ladesäule mit der Bezeichnung „Charge CP700A“ kann unterschiedlich starke Elektrofahrzeuge laden. In der schnellsten Betriebsart wird das Fahrzeug mit einer Leistung von 22 Kilowatt geladen.

Gegenüber der vorherigen Serie wurde die bisher übliche Ladezeit dabei auf eine Stunde reduziert. Siemens hat sich als mittelfristiges Ziel gesetzt, Schnellladesysteme mit einer Ladezeit von weniger als 15 Minuten zu entwickeln. Laut Michael Kassner, Leiter der Siemens-Region Mitte, hat „die zweite Phase der Elektromobilität begonnen“.

Car-Sharing und Firmenflotten

Neben den neuesten Elektroantrieben und hochinnovativen Ladesäulen seien nun ganzheitliche Verkehrskonzepte gefragt. Dabei geht es um Gesamtlösungen für Firmenflotten, Car-Sharing-Modelle oder neue Leitzentralen, die Strom-Infrastrukturen intelligent mit Verkehrsinfrastrukturen verbinden. Kassner: „So wird E-Mobilität flächendeckend und nutzenstiftend einsetzbar.“

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