Urteil

Umzugskosten: Fiktive Miete kann man nicht absetzen

Wer aus beruflichen Gründen umzieht, bekommt im Jahr darauf meistens viel Geld zurück: Ausgaben für den Ortswechsel kann man von der Steuer absetzen. Allerdings gilt das nur für Kosten, die tatsächlich entstanden sind – und nicht etwa für Einnahmen, auf die man verzichtet hat.

In dem Fall war ein Ehepaar umgezogen. Sein Einfamilienhaus am früheren Wohnort stand seitdem leer, Käufer oder Mieter fanden sich auf die Schnelle nicht. Also versuchte das Paar, eine „Mietentschädigung“ in der Steuererklärung unterzubringen: Das, was ein Mieter theoretisch gezahlt hätte, sollte die umzugsbedingten Werbungskosten erhöhen. Dieser fiktiven Miete schoben die Richter aber nun einen klaren Riegel vor. Aus steuerrechtlicher Sicht gelten Einnahmen, die Privatleuten womöglich entgangen sind, eben nicht als „Aufwendungen“.

(Bundesfinanzhof, 19.4.2012, VI R 25/10)


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