Wirtschaftslexikon

Umsatzsteuer

Die Umsatz- oder Mehrwertsteuer ist mit der Lohn- und Einkommensteuer die wichtigste Geldquelle des Staates. 2012 brachte sie rund 142 Milliarden Euro ein – rund ein Viertel aller Steuereinnahmen.

Wie die Einkommensteuer gehört die Umsatzsteuer zu den sogenannten Gemeinschaftssteuern. Das heißt, die Einnahmen werden unter den staatlichen Ebenen aufgeteilt. Der Schlüssel für die Umsatzsteuer ist besonders kompliziert. 2012 erhielt der Bund rund 53 Prozent, die Länder bekamen etwa 45 Prozent und die Gemeinden 2 Prozent.

Erhoben wird die Umsatzsteuer auf alle Erlöse von Unternehmen. Ihre Höhe liegt in Deutschland derzeit bei 19 Prozent. Für einige Güter, etwa Lebensmittel oder Bücher, gilt ein reduzierter Satz von 7 Prozent. Seit 2010 gehört auch das Übernachten im Hotel zu den begünstigten Ausnahmen.

Der Kunde trägt die Steuerlast

Welche Waren und Dienstleistungen wie hoch besteuert werden, ist seit jeher umstritten. So gilt für Hundefutter und Schnittblumen der reduzierte Satz. Bei Babywindeln langt der Staat jedoch voll zu. Auch für die Pizza vom Italiener werden 19 Prozent fällig – wenn im Restaurant gegessen wird. Für Abholer gelten 7 Prozent.

Das Finanzamt erhält die Steuer, indem die Unternehmen den entsprechenden Teil ihrer Erlöse überweisen. Den Posten haben sie meist in der Kalkulation ihrer Preise berücksichtigt. Weil so am Ende der Kunde die Last der Steuer trägt – obwohl er sie nicht selbst abführt – spricht man von einer indirekten Steuer.

Alternativ zur Umsatzsteuer wird häufig der Begriff Mehrwertsteuer verwendet. Der Grund dafür ist, dass genau genommen nicht alle Umsätze komplett besteuert werden, sondern nur der erwirtschaftete Mehrwert, also die jeweilige Wertschöpfung eines Unternehmens. Firmen dürfen von ihrer Umsatzsteuer-Schuld nämlich die sogenannte Vorsteuer abziehen. Darunter versteht man die von ihnen gezahlte Umsatzsteuer auf alle Vorleistungen.


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