Ernährung

Trotz steigender Weltbevölkerung: Der Fortschritt kann alle satt machen

Bonn. 7,3 Milliarden Menschen bevölkern die Erde, jede Minute kommen 150 hinzu. Alle wollen essen, trinken, leben. Wie das gehen kann, zeigt jetzt bis Oktober die Weltausstellung „Expo 2015“ in Mailand. 140 Länder präsentieren auf einem nagelneuen Messegelände Innovationen zur Nahrungserzeugung. Motto: „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben.“

Die globale Produktion etwa von Getreide dürfte laut Welternährungsorganisation FAO auch in den nächsten Jahren weiter steigen (siehe Grafik). So bringen moderne Saatgutsorten mehr Ertrag, und die Landmaschinen sind viel leistungsstärker und effizienter als früher. Im Kampf gegen den Hunger ist deshalb künftig noch mehr möglich. Seit 1990 verringerte sich nach FAO-Angaben – trotz steigender Weltbevölkerung – die Zahl der unterernährten Menschen von 1 Milliarde auf 805 Millionen.

Der Bonner Agrarwissenschaftler Stefan Siebert stellt klar: „Die Erde kann nicht nur die jetzt noch Hungernden ernähren, sondern auch die Weltbevölkerung von rund neun Milliarden Menschen, die für 2050 erwartet wird.“ Neben dem technischen Fortschritt helfen dabei auch besseres Düngen und Bewässern in vielen Regionen Afrikas und Asiens, das Verringern von Ernteverlusten und weniger Verschwendung beim Vertrieb von Nahrungsmitteln.

„Deutschland setzt bei Landmaschinen Trends“

Noch mehr wäre möglich, wenn die Menschheit weniger Fleisch essen würde. „Im theoretischen Extremfall“, verdeutlicht Siebert das Potenzial, „könnte man schon mit heutiger Technik vier Milliarden Menschen zusätzlich satt machen: wenn auf den Äckern gar kein Viehfutter und auch keine Pflanzen für Biosprit angebaut würden.“

Realistischer ist da, dass den Ingenieuren auch künftig viel Neues einfällt. „Größere Mähdrescher ernten heute in der gleichen Zeit sechsmal so viel wie in den 70er-Jahren“, sagt Sepp Nuscheler, Sprecher des Landmaschinenherstellers Agco/Fendt in Marktoberdorf. Inzwischen halten Fahrzeuge dank Spezial-Navi zentimetergenau die Spur.

„Deutschland ist bei Landmaschinen weltweit der Technologieführer und setzt Trends“, so Nuscheler. Agco/Fendt selbst zum Beispiel produziert vor allem in Bayern, Wettbewerber Claas hat seinen Sitz im westfälischen Harsewinkel, und John Deere betreibt sein europäisches Innovationszentrum in Kaiserslautern.


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