Metall-Tarifrunde

Trotz Krise mehr Geld

Arbeitgeber bieten Extra zu Weihnachten und Inflationsausgleich für 2009

Berlin. Das ist jetzt sicher: Obwohl die Wirtschaftsaussichten in Deutschland so schlecht sind wie seit 1991 nicht mehr, werden die Tariflöhne im größten Industriezweig Metall und Elektro (M+E) auch im kommenden Jahr stärker steigen, als es dem voraussichtlichen Anstieg der Verbraucherpreise entspricht.

 

Der reale Wohlstandsgewinn ergibt sich aus dem Lösungsvorschlag, den die Arbeitgeberverbände jetzt in den Verhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall auf den Tisch gelegt haben.

Zudem soll es zum Weihnachtseinkauf  eine Einmalzahlung von rund einem zehntel Monatsgehalt geben. Ob das Geld pünktlich aufs Konto kommt – dazu wäre ein Abschluss bis Mitte November nötig –, war bei Redaktionsschluss noch offen.

 

Nach Einschätzung von 28 deutschen Forschungsinstituten und Banken, die jeden Monat vom Londoner Umfrage-Institut Consensus Economics befragt werden, steigen die  Preise 2009 um 2,0 Prozent.

„Im Grenzbereich des Verantwortbaren“

Bis vor einigen Monaten hatten Beobachter noch erwartet, dass das Lohnplus deutlich höher ausfallen kann. Doch schon die jetzt angebotenen 2,1 Prozent sind „im Grenzbereich dessen, was für die M+E-Industrie in der gegenwärtigen Situation verantwortbar ist“, sagt Martin Kannegiesser, Präsident des Arbeitgeber-Dachverbands Gesamtmetall.

 

Hintergrund: Ende Oktober meldete das Münchener Ifo-Institut die schlechtesten „Geschäftserwartungen“ seit 17 Jahren. Es stützt sich dabei auf eine Umfrage unter 7.000 Unternehmen aller Branchen. Die Experten-Prognosen  für die Industrie im kommenden Jahr, die im Januar im Schnitt noch bei 2,9 Prozent Wachstum lagen, befinden sich im freien Fall (Grafik). Bei Metall und Elektro erleben nach einer Blitzumfrage von Gesamtmetall vier von zehn Firmen „erheblich“ weniger Aufträge.

Es wird also kein leichtes Jahr. Immerhin: Die M+E-Arbeitnehmer können nun davon ausgehen, dass ihnen 2009 finanziell nichts wegbricht.


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