Immobilienmarkt

Trendwende in Sicht


Von Krise keine Spur: Eigenheime, hier in einem Baugebiet im Norden von Frankfurt, sind nicht überteuert – im Gegenteil. Foto: picture-alliance

Experten rechnen mit steigenden Preisen in Deutschland

Einem Leben auf Pump folgt das böse Erwachen – was viele Amis gerade schmerzlich erfahren: Ihre Eigenheime verlieren drastisch an Wert, seit der überhitzte Immobilienmarkt Dampf ablässt. Auch in Europa gibt es gefährliche Bau-Spekulationsblasen: Ein besonders aufgeblähtes Exemplar ist in Spanien zu bewundern. Aber was ist mit Deutschland?

Steht dem Betongold auch hier ein plötzlicher Wertverfall ins Haus? „Mit Sicherheit nicht“, sagt Professor Johann Eekhoff, Direktor des Instituts für Wohnungswirtschaft an der Uni Köln. „Unsere Immobilienpreise sind auf einem sehr soliden und relativ niedrigen Niveau – sie sind weit hinter der internationalen Aufwärtsentwicklung zurückgeblieben.“

Wer vor etwa zehn Jahren ein Haus oder eine Wohnung gekauft hat, glaubt das sofort. Die Eigenheim-Preise in Westdeutschland sind seitdem verhaltener angestiegen als die Inflation, Häuslebauern bliebe bei einem Verkauf vielerorts ein reales Minus. Noch dramatischer sieht es im Osten aus: Auf den Mauerfall folgte ein übertriebener Bau-Boom – dann brachen die Preise ein, wie der Eigentums-Immobilien-Index des Instituts für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (ifs) zeigt.

Dieser Index basiert auf Daten „sämtlicher Verkaufsfälle von Eigenheimen und Eigentumswohnungen“, betont ifs-Leiter Stefan Jokl. Allein 2006 seien rund 425.000 Transaktionen untersucht worden. Und bereits im Vorjahr sind „die Preise für Einfamilienhäuser in einigen Regionen deutlich gestiegen, in Hessen zum Beispiel um 7,3 Prozent“. Jokl erwartet nun eine generelle Trendwende: „Ab 2008 werden die Immobilienpreise tendenziell wieder aufwärts gehen.“

Zu wenig neue Wohnungen

Und zwar auch deshalb, weil extrem wenig neue Wohnungen gebaut werden. „Die Genehmigungszahlen dürften im laufenden Jahr sogar erstmals nach dem Krieg die 200.000-Marke unterschreiten“, erwartet Jokl. Unter anderem mache sich da die Streichung der Eigenheimzulage bemerkbar.

Einen „spürbaren Anstieg der Hauspreise“ sagt auch LBS Research im Auftrag der Landesbausparkassen voraus, als Fazit einer Umfrage unter elf Forschungseinrichtungen. Der Neubaubedarf werde von Experten auf rund 300.000 Wohnungen  pro  Jahr  taxiert  –  also 50 Prozent mehr, als aktuell genehmigt sind. Daher könnten, sagen die LBS-Experten, „die Preissteigerungen auf dem Wohnungsmarkt sehr deutlich ausfallen“.

In wirtschaftsstarken Ballungsräumen ist das Anziehen der Immobilienpreise schon zu beobachten. Eine flächendeckende Bewegung wird daraus aber nicht werden, nicht jeder Altbau auf dem platten Land wird an Wert gewinnen: „Durch das unterschiedliche Wirtschaftswachstum in den Regionen“, erklärt ifs-Leiter Jokl, „werden sich die regionalen Preisunterschiede noch verstärken“.

Artikelfunktionen


Schlagwörter: Private Finanzen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang