Nord vor Ort

Traumstart für Raumsonde


„Johannes Kepler“ wurde in Bremen gebaut

 Um 22.50 Uhr mitteleuropäischer Zeit war es soweit: „Johannes Kepler“ machte sich unter ohrenbetäubendem Lärm auf den Weg ins All. Im Kontrollzentrum des Weltraumbahnhofs Kourou brach Jubel aus. Nachdem der erste Countdown der Trägerrakete vom Typ Ariane 5 wegen technischer Probleme kurzfristig abgebrochen werden musste, gelang den Technikern am Abend des Folgetags ein Traumstart.

Auf dem Rückweg Müllentsorgung

„Johannes Kepler“ ist ein sogenanntes ATV (Automated Transfer Vehicle), ein unbemannter Transporter, der die internationale Raumstation ISS mit Nachschub versorgen soll. Das runde Modul wiegt 20 Tonnen und ist damit das schwerste Raumfahrzeug, das jemals von einer Ariane 5 transportiert wurde. Konstruiert und gebaut wurde das ATV von der EADS-Tochter Astrium in Bremen, die auch am Bau der Rakete maßgeblich beteiligt ist.

Für den „Kepler“-Start konstruierte das Unternehmen  eine modifizierte Version der Ariane 5. Sie hat eine wiederzündbare Oberstufe, eine verstärkte Steuerungseinheit und ein speziell überarbeitetes Flugprogramm.

„Johannes Kepler“ soll für dreieinhalb Monate an die ISS angedockt werden. Danach wird das ATV mit sechs Tonnen Abfall beladen, um beim Wiedereintritt in die Atmosphäre über dem Pazifik zu verglühen. Die Gesamtkosten der Mission liegen bei rund 450 Millionen Euro.

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