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Leichtgewichte an Bord

Tragflächen, Teppich, Sitze: So leicht machen moderne Textilien unsere Flugzeuge

Im A380 liegt der Anteil von leichten Karbon-Verbundstoffen bei 22 Prozent. Leichtere Textilien in Teppichen und Sitzen lassen das Gewicht weiter schrumpfen. Das macht das Fliegen umweltfreundlicher und wirtschaftlicher.

Riese am Himmel: Im A 380 liegt der CFK-Anteil schon heute bei 22 Prozent. Foto: Airbus

Riese am Himmel: Im A 380 liegt der CFK-Anteil schon heute bei 22 Prozent. Foto: Airbus

Einbau der Druckkalotte: Das Grundgerüst dafür besteht aus textilen Gelegen. Foto: Airbus

Einbau der Druckkalotte: Das Grundgerüst dafür besteht aus textilen Gelegen. Foto: Airbus

Passagierkabine: Der verbaute Teppich wird in Zukunft immer leichter. Foto: Woeber

Passagierkabine: Der verbaute Teppich wird in Zukunft immer leichter. Foto: Woeber

Experten für leichte Textilien: Alexander von Fuchs Nordhoff (links) und Steven Bakker. Foto: Woeber

Experten für leichte Textilien: Alexander von Fuchs Nordhoff (links) und Steven Bakker. Foto: Woeber

Düsseldorf. Der Airbus A 380: Vier Triebwerksturbinen stemmen mit 70.000 Pfund Schub 560 Tonnen Gewicht in die Luft – das ist so viel wie die Antriebskraft von 3.500 Pkws.

„Da kommt es auf jedes Kilo an“, sagt Steven Bakker, Luft- und Raumfahrtingenieur bei Saertex im münsterländischen Saerbeck, einem Spezialisten für die Herstellung von leichten Karbonfasergelegen.

Lebenswichtige Abdichtung aus Karbon-Verbundstoff

Wo etwa bei dem tonnenschweren Koloss der Lüfte überall textile Leichtgewichte verbaut sind, zeigte Bakker beim Pressefrühstück der Brancheninitiative „ZiTex – Textil & Mode NRW“ vor Kurzem am Düsseldorfer Flughafen. Beispiel: die Druckkalotte des Riesenfliegers A 380. Das für Passagiere lebenswichtige Bauteil dichtet im hinteren Bereich des Flugzeugrumpfs die Kabine ab. Sonst könnte der Flieger den Luftdruck während des Fluges nicht halten.

Gewicht lässt sich um bis zu 30 Prozent reduzieren

„Die Gelege dafür werden in unserem Werk in Stade produziert und direkt an Airbus geliefert“, so Bakker. Daraus formt und backt der Flugzeugbauer zusammen mit einem Polymer die sieben Meter große Kalotte.

Auch andere Strukturteile in Rumpf oder Flügel bestehen heute aus Karbon-Verbundwerkstoffen (CFK). Vorteil: Sie können das Gewicht um bis zu 30 Prozent reduzieren. Gleichzeitig besitzen sie die nötige Steifigkeit, damit der Flieger den Kräften auf 10.000 Meter Höhe trotzen kann. Das geschieht auf intelligente Weise: „Wir verlegen die Gelege in verschiedenen Winkeln. So verstärken sie Flügel genau dort, wo die am meisten beansprucht werden“, erklärt Saertex-Mann Bakker.

Ein Teppich, der gerade mal 800 Gramm pro Quadratmeter wiegt

Viel leichter als heute wird es bald auch unter den Füßen der Passagiere zugehen. Der Spezialist für Webteppiche Anker aus Düren hat dafür den leichtesten Teppich überhaupt in einem Flieger entwickelt: Statt gut zwei Kilo pro Quadratmeter bringt er gerade 800 Gramm auf die Waage.

„Wir mussten dafür völlig neu denken“, so Alexander von Fuchs Nordhoff von dem Teppichboden-Spezialisten. Die Dürener verweben den Teppich mit einer neuen Technik zehnmal dichter, trotzdem ist er viel leichter. Die Anwendungen zeigen: Textilien heben auch in Zukunft ab – und machen das Fliegen wirtschaftlicher und umweltfreundlicher.

Jedes Kilo weniger verringert den Treibstoffverbrauch

Würde etwa ein A 320, der kleinere Bruder des Riesenfliegers A 380, weitere 100 Kilo Gewicht abspecken, könnten die Airlines 10.000 Liter Kerosin pro Jahr und Flieger sparen. Es zählt also tatsächlich jedes Kilo!


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