Alarm bei Investitionen

Teure Energiekosten schmälern Budget für heimische Arbeitsplätze und Sachanlagen

Großverbraucher: Strom ist für die Industrie seit 2007 um 20 bis 40 Prozent teurer geworden. Foto: dpa

Frankfurt. Ein Alarmsignal für den Standort Deutschland: Erstmals seit 2001 investiert eine der wichtigsten Industriebranchen, die Chemie, mehr im Ausland (7,7 Milliarden Euro) als zu Hause (6,3 Milliarden Euro). Das berichtet der Verband der Chemischen Industrie in Frankfurt.

Unsere Strompreise zählen zu den höchsten in Europa

Ursache sind die Energiekosten: Hierzulande zahlt die Industrie zweieinhalbmal so viel für Energie wie in den USA. Auch in Europa gehören wir zu den Spitzenreitern: Die Strompreise für industrielle und private Endkunden stiegen seit 2007 um 20 bis 40 Prozent, so eine Studie der Deutschen Bank. Dazu kommt der Streit um das Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG). Wenn sich künftig auch energieintensive Betriebe voll an den Ausgaben für Wind- und Solarstrom beteiligen sollen, müssten sie jährlich gut 4 Milliarden Euro zusätzlich zahlen.

Die Summe wird an anderer Stelle abgeknapst, wie man bei Worlée-Chemie in Hamburg sieht. Der Mittelständler produziert mit 230 Beschäftigten Kunstharze und Rohstoffe für die Farben- und Lack-Industrie. Da er nicht von der Härtefallregelung profitiert, entfallen 57 Prozent seiner diesjährigen Stromkosten auf die EEG-Umlage und weitere energiegebundene Abgaben: rund 600.000 Euro. „Geld, das wir lieber in die Modernisierung und den Ausbau unserer Produktionsanlagen oder in die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Forschung und Entwicklung investiert hätten“, sagt Firmen-Chef Reinhold von Eben-Worlée.

Fakt ist: Nur jede dritte Firma will ihre Investitionen 2014 steigern, jede sechste sogar senken, so eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).


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