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Auf die Balance achten!

Tarifrunde 2018: Abschluss muss auch für schwache Kautschuk-Betriebe passen

Große weltumspannende Firmen und Mittelständler, erfolgreiche und weniger prosperierende Betriebe – die Kautschuk-Industrie ist sehr bunt. Und dann ist da noch der Fachkräftemangel. Das macht die Tarifrunde schwierig.

Rundes Ding: Endkontrolle von Motorradreifen in einer Fabrik. Foto: Sturm

Rundes Ding: Endkontrolle von Motorradreifen in einer Fabrik. Foto: Sturm

Hannover. Jobs, Innovation, Wohlstand – für all das steht die deutsche Kautschuk-Industrie. So behauptet sie sich im internationalen Wettbewerb. Doch die Herausforderungen für die Betriebe werden größer. Deshalb dürften in diesem Jahr schwierige Tarifverhandlungen anstehen. Die Arbeitgeber der Kautschuk-Industrie warnen bereits vor überzogenen Forderungen.

„Die Kautschuk-Industrie ist eine äußerst bunte Branche mit verschiedensten Playern. Sowohl Größe als auch Ertragskraft der Betriebe unterscheiden sich zum Teil erheblich. Es gibt erfolgreiche und weniger erfolgreiche Firmen; sie alle müssen wir berücksichtigen“, erklärt Norbert Reiners, Tarifexperte beim Arbeitgeberverband. Zum Verband gehören florierende Betriebe mit vollen Auftragsbüchern ebenso wie Betriebe, die täglich kämpfen müssen.

Nicht nur an einigen Leuchttürmen orientieren

Weil die Kautschuk-Industrie so uneinheitlich strukturiert ist, kann man ihre Lage nicht in einem Satz zusammenfassen. Große weltumspannende Firmen finden sich neben typischen Mittelständlern mit weniger als 100 Mitarbeitern. Die Lage für Firmen mit Märkten in Südosteuropa ist viel schwieriger als die für Betriebe, die in Schwellenländer liefern.

„Um die volle Bandbreite innerhalb des Flächentarifs abbilden zu können, dürfen wir uns nicht nur an einigen Leuchttürmen orientieren“, so Reiners. Hinzu kommt, dass die Produktion äußerst personalintensiv ist. So stellt sich in der Kautschuk-Industrie eine andere Kostensituation dar als in anderen Branchen.

Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sichern, Mitarbeitern gerecht werden

„Zudem sind die Betriebe an einem Wendepunkt angekommen. Das spürt jeder“, sagt Reiners. Die Tarifexperten suchen daher nach einer neuen Balance – um die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu sichern und den Bedürfnissen der Mitarbeiter gerecht zu werden. Der wachsende Fachkräftemangel ist zu einem der größten Probleme auch vieler Kautschukfirmen geworden. Im Herbst 2017 etwa gab es in Deutschland eine Lücke von 290.000 Arbeitskräften bei Informatikern, Ingenieuren und Technikern – das spürten auch die Kautschukbetriebe.

Bisher hat die Branche der Unsicherheit getrotzt. Vom Erfolg der Unternehmen haben die Beschäftigten profitiert – mit stetig gestiegenem Einkommen und gesicherten Arbeitsplätzen.


Mehr zum Thema:

Die Kautschuk-Industrie ist im Umbruch. Im Interview sagt Sven Vogt, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands, was die Branche braucht, damit sie stark bleibt: Luft, um reagieren zu können, und keine einseitige Belastung von Arbeit.

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