Eigenleistung steht an erster Stelle

Studie: Betriebe kaufen gezielt externe Unterstützung zu


Schutzhelme für Mitarbeiter: Firmen bauen auf die eigenen Leute. Foto: dapd

München. In der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (M+E) dominiert die Eigenleistung: Vier von fünf Unternehmen erbringen mehr als 60 Prozent ihrer Wertschöpfung mit der Stammbelegschaft. In der Fertigung gilt das sogar für 93 Prozent der Betriebe.

Die Zahlen stammen aus der aktuellen Studie „Wertschöpfungsketten in der bayerischen M+E-Industrie“. Die Metall-Arbeitgeberverbände bayme und vbm haben die Umfrage unter ihren Unternehmen in Auftrag gegeben.

Ganz auf fremde Hilfe verzichten wollen Bayerns M+E-Betriebe nach der Studie allerdings nicht. Sie holen sich zum Beispiel Zeitarbeiter ins Haus, um auf Produktionsspitzen zu reagieren. Oder kaufen Komponenten zu.

52 Prozent der Firmen setzen Werkverträge ein

Der Münchner Siemens-Konzern greift für einen Teil seiner Wertschöpfungskette auf Werk- und Dienstverträge zurück. „Das ist in einer arbeitsteiligen und spezialisierten Wirtschaft seit langem etwas völlig Normales“, sagt ein Sprecher des Unternehmens.

Die beauftragten Firmen handeln dabei eigenverantwortlich: Mit einem Werkvertrag schulden sie einen konkreten Arbeitserfolg, mit einem Dienstvertrag bloß eine Arbeitsleistung.

In beiden Fällen bekommen die Mitarbeiter der Vertragsfirmen vom Auftraggeber keine Weisung, wie sie ihren Job zu erledigen haben. Das unterscheidet sowohl Werk- als auch Dienstverträge von der Zeit­arbeit.

Zeitarbeiter sind in den Arbeitsablauf des Unternehmens eingebunden und ergänzen die Stammbelegschaft. Die Firmen nutzen laut Wertschöpfungsstudie die Unterstützung von außen gezielt. In der Distributionslogistik zum Beispiel – dem Versand zum Kunden – schließen fast zwei Drittel der Unternehmen Werk- oder Dienstverträge ab.

Die Endmontage wird eigenen Leuten anvertraut: Nicht einmal 2 Prozent der Firmen vergeben Arbeit mehrheitlich an Fremde. „Viele Unternehmen haben mittlerweile genau analysiert, wo ihre Kernkompetenzen liegen und was sie lieber anderen überlassen“, sagt Studien-Autor Axel Tuma, Wirtschaftsprofessor an der Universität Augsburg.

86 Prozent der Betriebe wollen dieser Umfrage zufolge an ihrer Strategie festhalten – also nicht mehr Tätigkeiten auslagern als bisher. „Ihre Wertschöpfungsketten sind wohl weitgehend optimiert“, stellt der Experte dazu fest.

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Werkvertrag: Was steckt dahinter?

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