Streit ums Erbe vermeiden


Das Bild ist natürlich gestellt: Beim Begräbnis bleibt es in aller Regel ja noch friedlich ... Foto: Straßmeier

Jeder Vierte rechnet mit Zank – aber da kann man vorbeugen

Geschwister kriegen sich ganz bitter in die Wolle, wenn es ans Erben geht – wohl jeder kennt so einen Fall aus der Verwandt- oder Nachbarschaft. Aktuell befürchtet jeder Vierte, dass ihm persönlich Streit wegen der Erbschaft ins Haus steht. Das zeigte eine Allensbach-Umfrage für die Postbank auf.

Testament verteilen

Die Umfrage enthüllte auch, dass jeder Dritte kaum Ahnung vom heiklen Thema hat: Begriffe wie „gesetzliche Erbfolge“ oder „Pflichtteil“ sagen vielen Zeitgenossen nichts.

Gute Gründe, um frühzeitig darüber nachzudenken, wie sich Zank in der Familie vermeiden lässt. Einige Tipps:

Praktisch ist es natürlich, wenn die Betroffenen vorher wissen, was auf sie zukommt. Soll ein bestimmter Nachkomme oder ein Patenkind bevorzugt bedacht werden? Ist Omas Häuschen schuldenfrei? Werden nennenswerte Beträge gespendet? Ganz einfach sorgt für Klarheit, wer allen Kindern eine Kopie des Testaments zukommen lässt.

Wie man den letzten Willen niederschreibt, hat AKTIV bereits erklärt (nachzulesen unter aktiv-online.info/notfall). Dass das Testament gefunden und beachtet wird, dafür sorgt die Verwahrung beim örtlichen Nachlassgericht. Die Gerichte (und auch die Notare) melden bei ihnen verwahrte Unterlagen jetzt einer neuen Einrichtung: Ab 2012 führt die Bundesnotarkammer das „Zentrale Testamentsregister“. Unter testamentsregister.de finden sich schon jetzt solide Hinweise etwa zum Thema „Erbfolge gestalten“.

Wenn zu ahnen ist, dass die Erben unter sich nicht friedlich klarkommen, kann man auf einen Testamentsvollstrecker setzen. Dafür kommt ein enger Freund der Familie infrage – oder natürlich auch ein Jurist (spezialisierte Anwälte findet man etwa unter erbrecht.de oder testamentsvollstreckerliste.de).

Achtung: Wer ungewollt Testamentsvollstrecker wird, kann das Amt ablehnen! Auch darüber sollte man also lieber früher als später sprechen.

Per Testament – oder durch einmütigen Beschluss der Erben – kann die „Deutsche Schiedsgerichtsbarkeit für Erbstreitigkeiten“ zum Schlichter berufen werden. Dieser Verein, der auch die Seite erben-ohne-streit.de betreibt, ist bundesweit vertreten (dse-erbrecht.de). Und er wirbt damit, dass sein Schiedsverfahren kürzer und kostengünstiger sei als der normale Rechtsweg.

Info: Steuer trifft nur die wenigsten

Dass der Staat vom Erbe etwas abknapst – davor muss die große Mehrheit der Bundesbürger keine Angst haben. Nur nach etwa jedem sechsten Todesfall kommt der Fiskus überhaupt ins Spiel. Das liegt an den hohen Freibeträgen: Jedes Kind darf pro Elternteil 400.000 Euro steuerfrei erben, ein hinterbliebener Ehepartner sogar eine halbe Million Euro. Dazu kommen oft noch weitere Steuerbefreiungen, etwa für Hausrat oder auch die selbst genutzte Immobilie.

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