Mit Textilien bauen

Straße liefert Strom

Schnellreparatur: Mit Geogittern lassen sich ­Straßen zügig sanieren. Foto: fotolia

Greven. Viele Straßen ähneln Schlaglochpisten. Und der nächste Winter wird den rissigen Asphalt weiter bröckeln lassen.

„Geogitter, die als Bewehrung zwischen die Trag- und Binderschicht gelegt werden, können helfen, solche Straßen zügig zu sanieren“, sagt Professor Frank Heimbecher. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Ins­tituts für textile Bau- und Umwelttechnik im westfälischen Greven. Es gehört zum internationalen Prüf- und Zertifizierungsunternehmen Kiwa Deutschland. An dem Institut dreht sich alles um Geokunststoffe.

Die Geogitter verhindern, dass Risse in der Binderschicht bis an die Oberfläche gelangen und sich Löcher im Asphalt bilden. Für Straßen, die nur kurz gesperrt werden können, sei das eine schnelle Sanierungsmöglichkeit.

Die Grevener Ingenieure, Techniker und Physiklaboranten trauen Geokunststoffen noch mehr zu. So testen und erforschen sie gemeinsam mit der Fachhochschule Münster etwa, welche Lebensdauer Dichtungsbahnen im Tunnelbau haben.

Dichtungsbahnen können Beton 100 Jahre lang vor Feuchtigkeit schützen

Heimbecher: „Sie sollen die Tunnelschale aus Stahlbeton vor Feuchtigkeit schützen.“ Und das mindestens 100 Jahre lang. So lange werden nämlich heutige Tunnel in Betrieb sein. Deshalb legen die Grevener die nur drei Millimeter dicken Bahnen in spezielle Öfen und Wasserbäder oder setzen sie hohem Druck aus. So lassen sich die Belastungen von 100 Jahren Betrieb simulieren.

„In Zukunft werden wir mit Geokunststoffen sogar Straßen zum Stromlieferanten machen“, verspricht Heimbecher. Dann könnten Gelege im Asphalt, die mit entsprechenden Sensoren ausgestattet sind, Elektro-Autos mit Energie versorgen.


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