Geplanter Produkttod

Stiftung Warentest: Haushaltsgeräte sind haltbarer als ihr Ruf


Ärgerlich: Ein Defekt an der Waschmaschine. Foto: fotolia

Berlin. Der Vorwurf wird immer wieder erhoben: Die Hersteller von Elektrogeräten bauen ihre Geräte so, dass sie nach einer begrenzten Lebensdauer ihren Geist aufgeben. Noch im Frühjahr hatte eine Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion diesen Eindruck verstärkt.

Beweise für „geplante Obsoleszenz“, so der Fachbegriff für vorsätzlichen Murks, finden sich in der Untersuchung nicht. Gründlicher ging da schon die Stiftung Warentest vor – und widerlegte das Märchen vom eingebauten Verfallsdatum. Die Verbraucherschutz-Organisiation hat ihre Tests der letzten zehn Jahre nochmals ausgewertet.

Resultat: „Insbesondere Haushaltsgeräte gehen heute nicht schneller und nicht häufiger kaputt als früher.“ Das gelte sowohl für Großes wie Waschmaschinen als auch für Handliches wie Staubsauger. Dass Geräte gezielt den Geist aufgeben, hält auch Professor Albert Albers für unwahrscheinlich. „Eingebaute Schwachstellen wären Verschwendung“, sagt der Leiter des Instituts für Produktentwicklung in Karlsruhe. Am besten wäre es, wenn alle Einzelteile gleichzeitig ausfallen, nach Erreichen einer möglichst langen Lebensdauer. „Ziel ist es, ein Gerät so gut wie nötig zu bauen, nicht so gut wie möglich. Sonst laufen die Kosten aus dem Ruder“, erklärt Albers.

In Wahrheit sind Verbraucher einfach neugierig auf Neues

Dementsprechend entwerfen die Konstrukteure die Einzelteile eines Geräts. Bohrmaschinen für einen Profi etwa, die täglich in Gebrauch sind, werden aufwendiger produziert als Heimwerkergeräte. Ohnehin mustern die Verbraucher vieles selbst vorzeitig aus, obwohl es noch intakt ist. Die Neugier auf neue Technik ist einfach zu groß, um sich mit dem Alten zufriedenzugeben.

Das zeigt sich auch in einer Online-Umfrage der Stiftung Warentest unter Verbrauchern: 42 Prozent der Konsumenten wechseln demnach ihr Handy innerhalb von zwei Jahren.

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