Fußball

Starker Auftritt


Was unseren Profi-Fußball mit der deutschen Wirtschaft verbindet

Frankfurt. Eine Woche noch, dann trifft Bayern München im Finale der Champions  League auf Chelsea London. Der deutsche Klub gilt als Favorit – vor ein paar Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Das Erfolgsrezept heißt: solide wirtschaften!

„Die Bundesliga nimmt in puncto Seriosität und wirtschaftlicher Stabilität die Spitzenposition in der Welt ein“, sagt Wolfgang Niersbach, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes.

Mutige Reformen

Dafür brauchte es einen langen Atem. Ähnlich wie unsere Wirtschaft, die noch vor einem guten Jahrzehnt als „kranker Mann Europas“ galt, hechelte auch unser Fußball der Konkurrenz hinterher. Es folgten Reformen: Die Nachwuchsförderung ist professioneller als früher, ebenso die Vermarktung der Ware Fußball etwa über Fan-Artikel und Fernsehrechte.

Heute sieht man sich sportlich auf Augenhöhe mit den Ligen in England, Spanien und Italien. Und auch ökonomisch „kann sich die Bundesliga im internationalen Vergleich selbstbewusst zeigen“, analysiert Stefan Ludwig, Leiter Sport Business bei der Unternehmensberatung Deloitte in Düsseldorf.

Die Champions-League-Triumphe der anderen waren Erfolge auf Pump. So sind die Klubs der spanischen Primera Division mit 3,5 Milliarden Euro verschuldet, die englischen Vereine gar mit 3,9 Milliarden. Die Bundesliga hat laut Ligaverband DFL knapp 600 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Mit sinkender Tendenz: Laut Deloitte ist sie die profitabelste Liga Europas.

Es geht auch ohne Ronaldo

Die strengen deutschen Lizenzbestimmungen zwingen den Fußball zur Sparsamkeit – so wie die 2009 installierte „Schuldenbremse“ die Politik. Ablösesummen wie die 94 Millionen Euro, die Real Mad­rid für Cristiano Ronaldo zahlte, sind da nicht drin.

Deutschlands Unternehmen haben „die höchste Wettbewerbsfähigkeit der letzten 30 Jahre“, heißt es im Frühjahrsgutachten führender Wirtschaftsforschungsinstitute. Konzerne wie Bayern München und Borussia Dortmund machen da keine Ausnahme.

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