Konjunktur

Starke Währung treibt Kosten


Teurer Euro, schwacher Dollar: Das belastet das Auslandsgeschäft

Weltmeister im Export: Auf diesen Titel ist unser Land stolz. Bayern hat hier die Nase vorne.

Doch die Sache hat einen Haken: Der  Kurs des Euro  gegenüber der Weltleitwährung „US-

Dollar“ ist so hoch wie noch nie. Eine Folge: Wenn ausländische Kunden aus dem Dollar-Raum bei europäischen Firmen bezahlen wollen, müssen sie derzeit mehr als 1,40 Dollar pro Euro zahlen.

 

Das macht Probleme, vor allem mittelständischen Firmen wie dem Mammendorfer Institut für Physik und Medizin (MIPM). „Für uns ist der schwächelnde Dollarkurs eine Katastrophe“, sagt Michael N. Rosenheimer, Geschäftsführender Gesellschafter.

Deutsche Angebotebis zu 40 Prozent teurer

Der Grund: Die oberbayerische Mittelstandsfirma mit 20 Mitarbeitern, Spezialist für medizintechnische Güter, hat ausschließlich Mitbewerber aus den USA. Und die punkten mit günstigen Angeboten auf  Dollarbasis.

Der deutsche Anbieter hat dabei fast immer das Nachsehen – egal, wie er reagiert. „Bieten wir unsere Produkte in Euro an, sind wir immens überteuert und liegen bis zu 40 Prozent über der Konkurrenz“, so Rosenheimer.

Da hilft es wenig, dass MIPM mit innovativen Produkten am Markt die Nase vorne hat. Empfinden Kunden ein Angebot als zu teuer, springen sie ab. „Machen wir dagegen unsere Angebote in Dollar und sind so günstiger, verdienen wir dabei nichts mehr“, schildert Rosenheimer das Dilemma.

Selbst innerhalb der Europäischen Union – genauer: im Euro-Raum – bläst dem Medizintechnik-Anbieter der Gegenwind ins Gesicht. Auch hier drängeln sich US-Händler, die in Dollar abrechnen und so die Preise drücken.

Ähnlich spürt auch der in Rosenheim ansässige Antennensystemtechnik-Hersteller Kathrein „Umsatz-Einbußen durch erhöhte Preise, Währungsverluste und Preis-Einbußen im operativen Geschäft und in den Beständen“, so Professor Anton Kathrein, Geschäftsführende Gesellschafter. Er erläutert weiter: „Unsere Haupt-Konkurrenz sitzt fast ausschließlich im Dollar-Raum sowie in Asien und kann damit Marktanteile erobern.“

Dämpfer für das Export-Wachstum

Der Effekt: Der Verdienst bleibt  trotz starker Exportleistung auf der Strecke, wie Unternehmer Kathrein erläutert: „Man agiert nur noch defensiv gegenüber Kundenforderungen und Wettbewerbsvorgaben, verliert Aufträge.“ Damit sind auch Arbeitsplätze in Bayern gefährdet.

Eigentlich soll der Export auch in den kommenden Monaten der wichtigste Wachstumsmotor der bayerischen Wirtschaft bleiben. Bis zu 7 Prozent plus bei den Ausfuhren halten Wirtschaftsexperten 2008 für möglich.

Wie ein Damoklesschwert hängt über dieser Prognose jedoch die Gefahr, dass sich die Aufwertung des Euro gegenüber den Währungen der weltweit wichtigsten Handelspartner fortsetzt. Denn jeder Euro-Cent mehr im Kurswert bedeutet einen Dämpfer für das Exportwachstum. Der starke Euro wird also zunehmend zur Last.

Exporteure unter Druck

Der Euro ist in den letzten Monaten so stark wie nie zuvor: Das freut den Verbraucher, der so manche Importware billiger einkaufen oder im Ausland günstiger Urlaub machen kann.

Die Wirtschaft dagegen, die stark auf den Export ausgerichtet ist, spürt die harte Währung eher als Nachteil. Denn wer Produkte außerhalb der Euro-Zone verkaufen will, ist oft viel teurer als die Konkurrenz. Schließlich muss er dort mehr Dollar als noch vor einem Jahr verlangen, um auf seine (in Euro kalkulierten) Kosten zu kommen. Wie es einzelnen Firmen dabei ergeht, lesen Sie im Artikel unten.

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