Beschäftigung

Starke Leistung


Warum Deutschlands Arbeitsmarkt in Top-Form ist

Nürnberg. Ein Bild voller Symbolkraft: Gewichtheber Matthias Steiner brüllt vor Freude. Bei der WM im türkischen Antalya hat er Gold geholt.

Dabei hatte es zuvor gar nicht so gut ausgesehen für den Deutschen. „In den letzten zwei Jahren ist viel drunter- und drübergelaufen, was man so nicht er­warten konnte“, stellte er über die Zeit nach seinem Olympiasieg 2008 fest.

Für den Erfolg floss viel Schweiß

Raus aus dem Formtief, Rückkehr zu neuer Kraft: Eine solche Leistungssteigerung erlebt auch der deutsche Arbeitsmarkt. Im September gab es einen Rückgang der Arbeits­losen um 157.000 auf 3,03 Millionen. Das hat die Bundesagentur für Arbeit gerade gemeldet.

Zwei Jahre nach dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise im September 2008 präsentiert Deutschland sich damit in Top-Form. Während die Zahl der Arbeitslosen in vielen anderen Ländern höher ist als zu Beginn der Krise, liegt sie bei uns tatsächlich niedriger.

Ein Erfolg, für den sich alle nach der Decke strecken mussten. Beschäftigte und Betriebe sicherten Jobs durch Abbau von Arbeitszeitkonten und durch Kurzarbeit.

Dafür zahlten alle einen Preis. Während es für die Beschäftigten weniger Geld gab, schnellten für die Betriebe die Lohnstückkosten in die Höhe.

Holger Schäfer, Arbeitsmarkt-Experte beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), rechnet vor: „Obwohl die Produktion im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent geschrumpft ist, ging das Volumen an bezahlter Arbeit nur um 2,5 Prozent zurück.“

Das heißt: Statt massiv Arbeitsplätze abzubauen, hielten die Unternehmen an Beschäftigung fest, die sie in dieser Höhe – mitten in der Krise – gar nicht brauchten!

Jetzt aber schon. Denn der Export zieht wieder an. So erwartet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau für 2010 ein Plus von 6 Prozent im Vergleich zum Krisenjahr 2009. Schäfer: „Die Firmen haben Fachkräfte gehalten und damit in die Zukunft investiert.“ Das zahlt sich jetzt aus.

Weniger Leute bieten sich an

Doch bei allem berechtigten Jubel über diese starke Leistung: Die guten Zahlen auf dem Arbeitsmarkt haben auch noch einen anderen Grund. „Wegen der demografischen Entwicklung bieten auch weniger Leute ihre Arbeitskraft an“, stellt Schäfer fest.

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