Wettbewerb

Spritpreise: Was bringt die Markttransparenzstelle?

Tankstelle: Wie viel kostet der Liter? Das erfährt man vor Ort oder im Internet. Foto: Straßmeier

Bonn. Sie heißen Benzinampel, Tankerkönig oder Zapfpreis – digitale Informationsdienste, mit denen Verbraucher aktuelle Spritkosten in Erfahrung bringen können. Die Zentrale, die diese Dienste sammelt, ist die Markttransparenzstelle in Bonn.

Vor einem Jahr ist sie an den Start gegangen. Seit Dezember 2013 melden Tankstellenbesitzer dort mehrmals täglich ihre aktuellen Preise, damit Autofahrer die günstigste Tanke ansteuern können.

Die informieren sich übers Smartphone oder das Internet. „Etwa 14.500 Tankstellen sind erfasst. Damit ist der Markt weitgehend abgedeckt“, stellt Kay Weidner vom Bundeskartellamt fest, bei dem die Markttransparenzstelle angesiedelt ist: „Rund 40 Informationsdienste sind bereits in Betrieb.“

Jeder vierte Autofahrer greift auf diese Angebote zu. Besonders hoch sei die Resonanz bei Männern und jüngeren Altersgruppen.

Doch wird der Sprit durch die Markttransparenzstelle wirklich billiger? „Das kann man nach einem Jahr Laufzeit noch nicht sagen“, so Professor Justus Haucap, Direktor des Instituts für Wettbewerbsökonomik in Düsseldorf, über das Ziel der Preissammelstelle.

Die Kosten sind überschaubar

„Aber es kommt bereits vor, dass einzelne Tankstellenbesitzer ihre Preise nach unten korrigieren, um Autofahrer an ihre Zapfsäulen zu locken“, so Haucap.

Kritiker nennen die Markttransparenzstelle ein bürokratisches Monster. Haucap: „Im Vergleich zu vielen anderen politischen Maßnahmen sind die Kosten überschaubar.“


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