Wettbewerb der Tankstellen

Spritpreise: Was bringt die Markttransparenzstelle?

Die Markttransparenzstelle hilft den Verbrauchern, Spritpreise in Echtzeit per App zu vergleichen. Das Bundeskartellamt wertet die Daten alljährlich aus. Wir fassen die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Sprit: Die Preise schwanken mehrmals am Tag. Foto: Straßmeier

Sprit: Die Preise schwanken mehrmals am Tag. Foto: Straßmeier

Neue Partnerschaft: Rewe to go kooperiert mit Aral. Foto: Straßmeier

Neue Partnerschaft: Rewe to go kooperiert mit Aral. Foto: Straßmeier

Bonn/Essen. Mal eben per App checken, wo es in der Nähe gerade den günstigsten Sprit gibt – seit Anfang 2013 macht das die „Markttransparenzstelle“ möglich. In Echtzeit können Verbraucher Kraftstoffpreise vergleichen. Das Bundeskartellamt betreibt diese Informationsplattform, bei der mittlerweile über 50 Spritspar-Apps registriert sind.

Jedes Jahr wertet die Bundesbehörde die Daten aus. Ein Ergebnis: „Die Unterschiede sind im Lauf eines Tages sehr groß“, erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. Zwischen dem durchschnittlich höchsten und niedrigsten Preis innerhalb einer Stadt können die Unterschiede bis zu 30 Cent pro Liter betragen.

Eine weitere Beobachtung: Wenn eine Tankstelle im Vergleich zu anderen günstig ist, bleibt sie es in der Regel auch. Nachts liegen die Preise meist auf vergleichsweise hohem Niveau, bis dann morgens die erste Preissenkung erfolgt. Ihren Tiefpunkt erreichen die Preise zwischen 18 und 20 Uhr.

„Von der Markttransparenzstelle profitieren die Verbraucher, sie belebt den Wettbewerb“, so Professor Colin Vance vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. Dass man tendenziell geringe Preise sieht, wenn viele Leute unterwegs sind, klingt erst mal paradox. „Eine Vermutung ist, dass die Tankstellen-Unternehmer die Kunden reinholen wollen, um ihre anderen Dienstleistungen anzubieten“, sagt Vance. Denn neben Benzin gibt es ja auch noch den Shop, das Restaurant, das Internet-Café, den Paketservice und neuerdings auch ein Frische-Sortiment wie im Lebensmittel-Einzelhandel. Die Zapfsäule als Lockmittel sozusagen.

Und da steckt gerade viel Bewegung drin: So kooperiert zum Beispiel Jet mit dem Lebensmittelmarkt Spar und der Branchenführer Aral mit Rewe to go. In diesem Jahr sollen mehr als 200 Aral-Filialen mit Rewe-Verkaufsstellen ausgestattet werden.


Ein Grund dafür, dass die Tankstellenbetreiber ihre Geschäftsmodelle überdenken müssen, sind die Margen für Kraftstoff. „Die werden hierzulande immer knapper“, betont Vance. Die Bruttomargen, also abzüglich Produkteinkaufskosten und Energiesteuern, lagen im Jahr 2016 für Eurosuper durchschnittlich bei 10,7 Cent und für Diesel bei 8,6 Cent pro Liter. Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland damit nur noch vor Österreich, Großbritannien und Frankreich.

Eine Folge ist, dass das Tankstellennetz in Deutschland dünner wird. „Es werden in naher Zukunft noch mehr Unternehmen verschwinden, weil die Profite einfach zu gering sind“, prognostiziert Vance. „Aber dann wird sich die Zahl stabilisieren.“

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