Starke Standorte

Spitzen-Teams bringen den Erfolg


Industrieparks: Ihre Mannschaften machen Chemie erst möglich

Spitzenleistung braucht gute Zuarbeit. In der Chemie wie im Motorsport. Formel-1-Piloten wie Lewis Hamilton und Nick Heidfeld wissen das. Sie verlassen sich auf ihre Rennteams und können sich so voll aufs Fahren konzentrieren. Die Mannschaften sorgen für einen Motor in Topform, für die richtigen Reifen und für ultrakurze Boxenstopps.

Optimale Bedingungen für die Produktion

Eine ganz ähnliche Aufgabe haben Industrieparks und ihre Belegschaften heute in der Chemie: Sie schaffen optimale Bedingungen dafür, dass sich die Firmen am Standort voll auf ihr Geschäft konzentrieren können.

Nur mit einem Unterschied zur Formel 1: Die Industrieparks erbringen ihre Dienstleistungen gleich für viele, zum Teil konkurrierende „Rennställe“. Sie sind damit erfolgreich, sichern Jobs und ziehen Investitionen an. In Zahlen:

     

  • Die 40 in der „Fachvereinigung Chemieparks“ zusammengeschlossenen Standorte und ihre Firmen geben derzeit 265.000 Beschäftigten Arbeit.
  • Allein die sechs Chemieparks in Hessen zählen vor Ort rund 40.000 Mitarbeiter.
  •  

Seit dem Jahr 2000 steckten Chemie-Unternehmen bundesweit über 15 Milliarden Euro in die Industrieparks. Allein in Frankfurt-Höchst waren es 3,1 Milliarden Euro, in Wiesbaden 800 Millionen. Günther Craß, Chef des Standortdienstleisters „Infraserv Wiesbaden“: „Als wir noch zum Hoechst-Konzern gehörten, wurde hier niemals derart viel investiert.“

 

Für ihn ein Beleg dafür, dass das Konzept ankommt: „Die Chemie-Betriebe können sich bei uns auf ihr Kerngeschäft konzentrieren – nämlich Forschung, Produktion und Vertrieb.“ Der Chemiepark stelle „fast alles bereit, was sie dafür brauchen“. Von Strom, Dampf, Gas über Kühl- und Reinstwasser bis hin zu Werkschutz und Werkfeuerwehr.

„Wenn einer Strom und Gas für alle einkauft, kann man günstigere Bedingungen aushandeln“, erklärt Craß. „Und ein großes Dampfkraftwerk arbeitet effizienter und umweltschonender als drei kleine.“ Selbst bei der Ausbildung ist das nützlich, ergänzt Stefan Kroll, Chef des Chemiepark-Betreibers „Industriepark Wolfgang“ in Hanau. „Auf diese Weise können wir auch seltene Lehrberufe anbieten.“

Infrastruktur ist ihr Geschäft

In Erscheinung traten die Chemiepark-Betreiber, als sich vor Jahren Konzerne wie Hoechst in wendige, wettbewerbsfähigere Einheiten aufsplitteten: An manchen Standorten gab es statt einer plötzlich viele selbstständige Firmen.

Die Infrastruktur ging an die Parkbetreiber: Gebäude, Kraftwerke, Telefon- und Datenleitungen, Werkstätten und Lager, Kantine und Kläranlage. Sowie Straßen, Schienen und Rohrleitungen – oft Dutzende Kilometer lang.

Das bringt spannende Aufgaben mit sich, in vielen Berufen. Ob Hausmeister, Gebäudemanager oder Kaufleute, Elektroniker oder IT-Experten, Mechatroniker, Chemikanten oder Chemielaboranten – für jeden ist hier zu tun.

Chemiepark-Chef Kroll aus Hanau: „Wir benötigen gute Ausbilder, Ingenieure für die Verfahren von morgen und Juristen für Genehmigungen.“ Selbst Glasbläser sind mitunter willkommen. Qualifikation, Service, Infrastruktur – darauf kommt es an, sagt Chemiepark-Chef Craß aus Wiesbaden. „Dann kommen auch die Investitionen.“

Hans Joachim Wolter

 

„Wir dürfen nicht nachlassen, besser zu werden“

Beispiel Infraserv Höchst: Was die Industriepark-Betreiber für ihre Wettbewerbsfähigkeit tun

Günstige Kosten und überzeugende Infrastruktur sind für einen Industriepark-Betreiber das A und O, um die Firmen am Standort zu halten und neue hinzu zu gewinnen. Wie schafft man das?  AKTIV  fragte dazu  Jürgen Vormann, den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Infraserv Höchst.

AKTIV: Die Firma Ticona investiert stolze 670 Millionen Euro in den Industriepark Höchst. Da können Sie sich doch sicher ganz entspannt zurücklehnen, oder?

Vormann: Natürlich sind wir froh, dass wir bei diesem „Jahrhundert“-Projekt den Zuschlag erhalten haben, aber zurücklehnen können und wollen wir uns natürlich nicht. Stillstand ist Rückschritt. Wir müssen weiterhin kontinuierlich daran arbeiten, dass unser Angebot an die Unternehmen jederzeit wettbewerbsfähig ist – natürlich auch im internationalen Vergleich.

AKTIV: Ihre Wettbewerber haben zum Teil günstigere Tarife. Wie halten Sie denn da mit?

Vormann: Die Personalkosten sind bei einem Dienstleistungs-Unternehmen zwangsläufig der größte Ausgabenblock. Den müssen wir im Auge behalten. Das ist für die  Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft des Standorts von großer Bedeutung. Dabei ist uns das partnerschaftliche Verhältnis der Tarifparteien wichtig. Wir brauchen motivierte, engagierte Mitarbeiter und zugleich eben wettbewerbsfähige Kostenstrukturen. Dazu betrachten wir jedoch nicht nur die Personalkosten, sondern setzen auch auf Effizienzsteigerung und Kostensenkung in allen anderen Bereichen.

AKTIV: Wie macht man das?

Vormann: Wir vertrauen auf die Six Sigma-Methode, mit der wir unsere Prozesse untersuchen und kontinuierlich verbessern. Dadurch sparen wir zum Beispiel in diesem Jahr rund 9 Millionen Euro

ein. Die Effizienz zu steigern, bleibt für uns ein Dauerthema, gerade angesichts der konjunkturellen Situation, die schwieriger werden dürfte.

AKTIV: Aber – reicht das auch aus, um Kunden zu halten oder neue zu gewinnen?

Vormann: Das Beispiel Ticona zeigt, dass wir mit unserem Angebot und unseren Leistungen bestehen können. Viele unserer Kunden sind weltweit tätig und investieren dennoch im Industriepark Höchst Jahr für Jahr rund 400 Millionen Euro. Das bestätigt unsere globale Wettbewerbsfähigkeit. Aber noch mal: Wir dürfen im Bemühen, ständig besser zu werden, nicht nachlassen.

AKTIV: Kommen Sie so auch außerhalb des Parks ins Geschäft?

Vormann: Mit externen Unternehmen machen wir etwa ein Drittel unseres Jahresumsatzes, der 2007 bei rund 900 Millionen Euro lag. Außerhalb des Industrieparks müssen wir uns mit unseren Leistungen natürlich auch gegen die Konkurrenz aus anderen Branchen behaupten.

Wenn wir da bestehen können, zeigt das, dass auch unsere Services für die Firmen im Industriepark wettbewerbsfähig sind. Damit das so bleibt, arbeiten wir permanent daran, immer noch ein bisschen besser zu werden.

Interview: JW

Industrieparks: Ihre Mannschaften machen Chemie erst möglich

Spitzenleistung braucht gute Zuarbeit. In der Chemie wie im Motorsport. Formel-1-Piloten wie Lewis Hamilton und Nick Heidfeld wissen das. Sie verlassen sich auf ihre Rennteams und können sich so voll aufs Fahren konzentrieren. Die Mannschaften sorgen für einen Motor in Topform, für die richtigen Reifen und für ultrakurze Boxenstopps.

Optimale Bedingungen für die Produktion

Eine ganz ähnliche Aufgabe haben Industrieparks und ihre Belegschaften heute in der Chemie: Sie schaffen optimale Bedingungen dafür, dass sich die Firmen am Standort voll auf ihr Geschäft konzentrieren können.

Nur mit einem Unterschied zur Formel 1: Die Industrieparks erbringen ihre Dienstleistungen gleich für viele, zum Teil konkurrierende „Rennställe“. Sie sind damit erfolgreich, sichern Jobs und ziehen Investitionen an. In Zahlen:

     

  • Die 40 in der „Fachvereinigung Chemieparks“ zusammengeschlossenen Standorte und ihre Firmen geben derzeit 265.000 Beschäftigten Arbeit.
  • Allein die sechs Chemieparks in Hessen zählen vor Ort rund 40.000 Mitarbeiter.
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Seit dem Jahr 2000 steckten Chemie-Unternehmen bundesweit über 15 Milliarden Euro in die Industrieparks. Allein in Frankfurt-Höchst waren es 3,1 Milliarden Euro, in Wiesbaden 800 Millionen. Günther Craß, Chef des Standortdienstleisters „Infraserv Wiesbaden“: „Als wir noch zum Hoechst-Konzern gehörten, wurde hier niemals derart viel investiert.“

 

Für ihn ein Beleg dafür, dass das Konzept ankommt: „Die Chemie-Betriebe können sich bei uns auf ihr Kerngeschäft konzentrieren – nämlich Forschung, Produktion und Vertrieb.“ Der Chemiepark stelle „fast alles bereit, was sie dafür brauchen“. Von Strom, Dampf, Gas über Kühl- und Reinstwasser bis hin zu Werkschutz und Werkfeuerwehr.

„Wenn einer Strom und Gas für alle einkauft, kann man günstigere Bedingungen aushandeln“, erklärt Craß. „Und ein großes Dampfkraftwerk arbeitet effizienter und umweltschonender als drei kleine.“ Selbst bei der Ausbildung ist das nützlich, ergänzt Stefan Kroll, Chef des Chemiepark-Betreibers „Industriepark Wolfgang“ in Hanau. „Auf diese Weise können wir auch seltene Lehrberufe anbieten.“

Infrastruktur ist ihr Geschäft

In Erscheinung traten die Chemiepark-Betreiber, als sich vor Jahren Konzerne wie Hoechst in wendige, wettbewerbsfähigere Einheiten aufsplitteten: An manchen Standorten gab es statt einer plötzlich viele selbstständige Firmen.

Die Infrastruktur ging an die Parkbetreiber: Gebäude, Kraftwerke, Telefon- und Datenleitungen, Werkstätten und Lager, Kantine und Kläranlage. Sowie Straßen, Schienen und Rohrleitungen – oft Dutzende Kilometer lang.

Das bringt spannende Aufgaben mit sich, in vielen Berufen. Ob Hausmeister, Gebäudemanager oder Kaufleute, Elektroniker oder IT-Experten, Mechatroniker, Chemikanten oder Chemielaboranten – für jeden ist hier zu tun.

Chemiepark-Chef Kroll aus Hanau: „Wir benötigen gute Ausbilder, Ingenieure für die Verfahren von morgen und Juristen für Genehmigungen.“ Selbst Glasbläser sind mitunter willkommen. Qualifikation, Service, Infrastruktur – darauf kommt es an, sagt Chemiepark-Chef Craß aus Wiesbaden. „Dann kommen auch die Investitionen.“

Hans Joachim Wolter

 

„Wir dürfen nicht nachlassen, besser zu werden“

Beispiel Infraserv Höchst: Was die Industriepark-Betreiber für ihre Wettbewerbsfähigkeit tun

Günstige Kosten und überzeugende Infrastruktur sind für einen Industriepark-Betreiber das A und O, um die Firmen am Standort zu halten und neue hinzu zu gewinnen. Wie schafft man das?  AKTIV  fragte dazu  Jürgen Vormann, den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Infraserv Höchst.

AKTIV: Die Firma Ticona investiert stolze 670 Millionen Euro in den Industriepark Höchst. Da können Sie sich doch sicher ganz entspannt zurücklehnen, oder?

Vormann: Natürlich sind wir froh, dass wir bei diesem „Jahrhundert“-Projekt den Zuschlag erhalten haben, aber zurücklehnen können und wollen wir uns natürlich nicht. Stillstand ist Rückschritt. Wir müssen weiterhin kontinuierlich daran arbeiten, dass unser Angebot an die Unternehmen jederzeit wettbewerbsfähig ist – natürlich auch im internationalen Vergleich.

AKTIV: Ihre Wettbewerber haben zum Teil günstigere Tarife. Wie halten Sie denn da mit?

Vormann: Die Personalkosten sind bei einem Dienstleistungs-Unternehmen zwangsläufig der größte Ausgabenblock. Den müssen wir im Auge behalten. Das ist für die  Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft des Standorts von großer Bedeutung. Dabei ist uns das partnerschaftliche Verhältnis der Tarifparteien wichtig. Wir brauchen motivierte, engagierte Mitarbeiter und zugleich eben wettbewerbsfähige Kostenstrukturen. Dazu betrachten wir jedoch nicht nur die Personalkosten, sondern setzen auch auf Effizienzsteigerung und Kostensenkung in allen anderen Bereichen.

AKTIV: Wie macht man das?

Vormann: Wir vertrauen auf die Six Sigma-Methode, mit der wir unsere Prozesse untersuchen und kontinuierlich verbessern. Dadurch sparen wir zum Beispiel in diesem Jahr rund 9 Millionen Euro

ein. Die Effizienz zu steigern, bleibt für uns ein Dauerthema, gerade angesichts der konjunkturellen Situation, die schwieriger werden dürfte.

AKTIV: Aber – reicht das auch aus, um Kunden zu halten oder neue zu gewinnen?

Vormann: Das Beispiel Ticona zeigt, dass wir mit unserem Angebot und unseren Leistungen bestehen können. Viele unserer Kunden sind weltweit tätig und investieren dennoch im Industriepark Höchst Jahr für Jahr rund 400 Millionen Euro. Das bestätigt unsere globale Wettbewerbsfähigkeit. Aber noch mal: Wir dürfen im Bemühen, ständig besser zu werden, nicht nachlassen.

AKTIV: Kommen Sie so auch außerhalb des Parks ins Geschäft?

Vormann: Mit externen Unternehmen machen wir etwa ein Drittel unseres Jahresumsatzes, der 2007 bei rund 900 Millionen Euro lag. Außerhalb des Industrieparks müssen wir uns mit unseren Leistungen natürlich auch gegen die Konkurrenz aus anderen Branchen behaupten.

Wenn wir da bestehen können, zeigt das, dass auch unsere Services für die Firmen im Industriepark wettbewerbsfähig sind. Damit das so bleibt, arbeiten wir permanent daran, immer noch ein bisschen besser zu werden.

Interview: JW

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