Jugend und Beruf

Spielerisch Technik entdecken


NORDMETALL-Stiftung holt Erfolgsprojekt „Miniphänomenta“ ins Land Bremen

Die Entscheidung für eine Ausbildung ist die Weichenstellung für den weiteren Lebensweg. Auf dieser Seite finden Sie drei Beispiele, wie die Metall- und Elektro-Industrie um Nachwuchs wirbt. Aus Auszubildenden werden qualifizierte Fachkräfte. Und die brauchen die Betriebe, damit sie im Wettbewerb um Aufträge vorn bleiben.

Bremerhaven. Annika klopft mit einem Holzstab auf einen Plastikschlauch. Der hat an beiden Seiten Trichter, die sich Annikas Freundin Julia an die Ohren hält. Gespannt lauscht sie, aus welcher Richtung der Ton kommt.

Spielerisch entdecken die beiden Drittklässlerinnen, dass das menschliche Gehör Richtungen aufspüren, den Ur­sprung der Schallquelle lokalisieren kann.

Seit Ende März steht in der Surheider Grundschule in Bremerhaven die Experimentierstation „Richtungshören“. Sie gehört zum bundesweit er­folgreichen Projekt „Miniphänomenta“, das von Erziehungswissenschaftlern der Uni Flensburg entwickelt wurde. Es will Grundschülern Technik und Naturwissenschaften näher bringen.

Kinder sind neugierig. Sie lernen am besten durch eigenes Entdecken und Ausprobieren. Erklärende Worte von Erwachsenen wären dabei eher hinderlich und störend. Das ist in kurzen Worten die Philosophie, die hinter der Erfolgsausstellung steckt.

Akustik wird erlebbar

52 Experimentierstationen bergen technische Alltagsphänomene. Das „Richtungshören“ gehört da­zu, aber auch klingende Vasen, magnetische Felder und das „Klopfofon“, das an unterschiedlich langen Rohren Akustik mit hohen und tiefen Tönen erlebbar macht.

Die NORDMETALL-Stiftung hat die Ausstellung jetzt nach Bremerhaven und damit erstmals ins Land Bremen geholt. Die Stiftung des Arbeitgeberverbandes fördert das Projekt seit vier Jahren. Seit dem Start in Schleswig-Holstein ist es inzwischen bundesweit im Einsatz.

NORDMETALL-Präsident Ingo Kramer freute sich während der Eröffnung ganz besonders darüber, dass eine Bremerhavener Grundschule den Startschuss im kleinsten Bundesland gibt. Schließlich ist er selbst Bremerhavener Unternehmer. „Wir kümmern uns seit Jahren intensiv um Bildungsfragen und fördern Aktivitäten, die bei Kindern und Jugendlichen technisches Verständnis wecken. Die Miniphänomenta ist ein gelungenes Beispiel dafür. Vielleicht“, so Kramer, „entwickelt sich aus technischer Begeisterung im Kindes- und Jugendalter später sogar ein Berufswunsch rund um die M+E-Industrie.“

Handwerklich unbegabt?

Die Experimentierstationen stehen noch als Leihgabe in der Schule. Eltern und Lehrer sind aufgerufen, die Experimente nachzubauen. Schulleiterin Regina Volz ist optimistisch: „Ich glaube, dass Eltern und Betreuungslehrer eine ganze Reihe von Experimenten nachbauen werden.“

Sie werden nicht alleingelassen. Lehrer erhalten Fortbildungen und Eltern pädagogische Tipps. Und ein Buch mit Bauanleitungen zeigt auch handwerklich Unbegabten den Weg zum Erfolg.

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