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Technik extrem

Spektakuläre Testanlagen in Deutschland: Vom Fallturm bis zum Fusionsreaktor

Ob der 146 Meter hohe Fallturm in Bremen oder der gewaltige Reaktor in Greifswald, in dem mehr als 100 Millionen Grad heißes Plasma erzeugt werden soll: Forscher testen Technik mitunter sehr spektakulär.

Windkanal ETW: Er ist der modernste weltweit. Foto: ETW

Windkanal ETW: Er ist der modernste weltweit. Foto: ETW

Ermöglicht Experimente in der Schwerelosigkeit: Der Fallturm Bremen. Foto: dpa

Ermöglicht Experimente in der Schwerelosigkeit: Der Fallturm Bremen. Foto: dpa

Berlin. Ob neue Züge, leistungsstarke Flugzeugtriebwerke oder revolutionäre Energietechnik von übermorgen: Ingenieure und Wissenschaftler in ganz Deutschland tüfteln daran, in Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Und alles muss auf den Prüfstand. Wir stellen einige spektakuläre Testanlagen quer durch die Republik vor.

Viel Wind machen um Flugzeuge.

Der weltweit modernste Windkanal, der ETW in Köln, dient der Erforschung neuer Flugzeuge. Um das mit Fliegern im Maßstab 1:30 wirklichkeitsgetreu hinzukriegen, werden die Modelle Temperaturen von minus 160 Grad und dem 4,5-fachen Druck der Erdatmosphäre ausgesetzt. Grund: Im warmen Zustand sind die Luftmoleküle im Verhältnis zu den Modellen viel zu groß, die Messergebnisse wären unbrauchbar.

Im Reaktor 100 Millionen Grad erzeugen

In Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) wollen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in einem gewaltigen Reaktor Wasserstoff auf mehr als 100 Millionen Grad erhitzen und so ein heißes Plasma erzeugen. Es ist die Voraussetzung zur Kernfusion. Würde die im kommerziellen Betrieb zum Einsatz kommen, könnte die wachsende Weltbevölkerung für Tausende von Jahren mit Strom und Wärme versorgt werden.

Immer schön im Kreis herumfahren

Vom Antrieb über die Bremse bis zur Toilette: Bei Mönchengladbach testet Siemens neue Züge, im modernsten Prüfzentrum der Welt. Mit allem, was zur richtigen Eisenbahn dazugehört: Gleise, Weichen, Signale, Oberleitungen, Wartungshallen, ein Stellwerk. Es gibt zwei Testringe, das Schienennetz summiert sich auf 28 Kilometer.

Völlig schwerelos Materialien testen

Der 146 Meter hohe Fallturm in Bremen ermöglicht Experimente in der Schwerelosigkeit. Dazu wird der „Prüfkandidat“ in eine Kapsel montiert, die per Katapult zunächst nach oben und dann im freien Fall nach unten stürzt. Für insgesamt 9,3 Sekunden ist sie weniger als ein Hunderttausendstel der normalen Erdschwerkraft ausgesetzt. So werden unter anderem Materialien für die Weltraumfahrt getestet.

Mit Röntgenblitzen Krebs aufspüren

In Hamburg arbeiten Forscher mit der hellsten Röntgenquelle der Welt.Mit einem Superlaser wollen sie etwa herausfinden, wie sich im Körper Krebszellen entwickeln. Dazu beschießen die Wissenschaftler die Moleküle mit kurzen Röntgenblitzen und fügen die gewonnenen Bilder zu einem Film zusammen. Die Hoffnung: Gelingt es, die Bildung von Krebszellen sichtbar zu machen, könnte man die entsprechenden Medikamente entwickeln.


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In Rottweil arbeitet thyssenkrupp an der Neuerfindung des Aufzugs: In dieser „Multi“ getauften Weltneuheit fließen zwei geniale Techniken zusammen: die der am Ende glücklosen Magnetbahn Transrapid – und die des guten, alten Paternosters.

Schlagwörter: Forschung

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