Tipp der Woche

Spar-Chancen für Gesunde


Starkes Herz? Wer jung und fit ist, kann oft profitieren. Foto: dpa

Was hinter den „Wahltarifen" der Krankenkassen steckt

Die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen zahlen jetzt alle den gleichen Bei­tragssatz, oder? Im Prinzip ja, aber: Es gibt Ausnahmen! Wer sich informiert, kann von „Wahltarifen“ profitieren. Das Motto der Kassen: Wer ge­sund lebt, soll belohnt werden.

Prämien und Bonus-Punkte

Dabei gehen die Modelle nicht etwa zulasten der anderen Versicherten: „Es entstehen keine Mehrkosten für die Nichtnutzer, denn alle Wahltarife müssen sich laut Gesetz selbst tragen“, erklärt Experte Friedrich Stodt von der Knappschaft in Bochum.

Die Tarife sind zwar von Kasse zu Kasse verschieden gestaltet, aber nach ähnlichen Grundideen:

  • Beitragserstattung

    Wer diesen Tarif wählt und dann ein Jahr lang nur zu den Vorsorge-Untersuchungen geht, bekommt nach Silvester Geld zurück (bei der Barmer zum Beispiel bis zu 200 Euro). Wird man krank, bekommt man nichts. Eine Spar-Chance ohne finanzielles Risiko – aber: Wer zu spät zum Arzt geht, nur um die Rückerstattung zu retten, verschleppt womöglich eine ernste Krankheit.
  • Selbstbehalt

    Das Prinzip ist aus der Kfz-Versicherung bekannt. Bei Erkrankungen muss man einen begrenzten Eigenanteil dazuzahlen (etwa maximal 420 Euro pro Jahr). Dafür gibt es von der Kasse sofort eine Prämie (etwa 300 Euro im Jahr). Wer gesund ist, spart kräftig. Wer schwer krank wird, zahlt drauf. „Man muss immer bedenken, dass sich der Gesundheitszustand während der Mindestvertragslaufzeit verändern kann“, sagt Experte Stodt.
  • Bonusmodell

    So etwas ist vor allem für Gesundheitsbewusste interessant: Wer nachweislich regelmäßig etwas für seine Gesundheit tut, wird mit Sachprämien, Gutscheinen oder Barem belohnt. Bonus-Punkte gibt es zum Beispiel für die Teilnahme an Vorsorge-Untersuchungen oder  das Erwerben eines Sportabzeichens. „In erster Linie tut man damit etwas für sich selbst – der Bonus ist nur ein Zusatzanreiz“, sagt Barmer-Pressesprecher Thorsten Jakob.
  • Hausarztmodell

    Der Hausarzt ist hier die zentrale Anlaufstelle – und er überweist den Patienten nur „bei Bedarf“ an einen Facharzt. „Dafür können die Kassen ihren Mitgliedern Vergünstigungen anbieten“, heißt es im Gesundheitsministerium, das das schon lange diskutierte Modell nun flächendeckend umgesetzt sehen möchte: Bis Mitte des Jahres sollen die Kassen so weit sein.

 

Die üblichen Vorsorge-Un­tersuchungen sind bei allen Wahltarifen kostenlos erlaubt. Ansonsten ist die konkrete Ausgestaltung der Details aber bei jeder Kasse anders: „Man sollte sich auf jeden Fall in­tensiv und individuell beraten lassen“, empfiehlt Barmer-Mann Jakob.

Und man sollte ähnliche Angebote mehrerer Kassen genau vergleichen: Denn an einen Wahltarif ist man drei Jahre gebunden.

 

 

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