Ausbildung

„Spannend und zukunftssicher“


Verpackungs-mittelmechaniker bleiben gefragt

Berlin. Der Beruf des Verpackungsmittelmechanikers liegt scheinbar im Trend: So viele junge Leute wie noch nie lernen diesen Beruf; allein im vergangenen Jahr haben 1443 Azubis ihre Lehre begonnen. Und trotzdem hat die Branche Nachwuchssorgen. Warum das so ist und was sich dagegen tun lässt, erklärt Helge Martin Krollmann, der neue Chef des Hauptverbandes Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV).

Interview

AKTIV: Ein Azubi-Rekord jagt den nächsten – da müsste die Branche doch zufrieden sein?

Krollmann: Leider nein. Der Verpackungsmittelmechaniker ist einer der wichtigsten Ausbildungsberufe unserer Branche. Und dafür geeignete junge Menschen zu finden, ist vor allem in den Ballungsräumen nicht einfach. Wir befürchten sogar, dass in diesem Herbst Ausbildungsplätze frei bleiben! Wenn die Wirtschaftskrise überwunden ist, wird der Wettbewerb um die klugen Köpfe bei uns noch härter werden – ganz einfach wegen der demografischen Entwicklung in Deutschland.

AKTIV: Und die meisten wissen gar nicht, was ein Verpackungsmittelmechaniker eigentlich macht …

Krollmann: Ganz einfach: Er stellt Verpackungsmittel her. Das ist ein zukunftssicherer Beruf. Solange in Deutschland produziert wird, wird es Dinge geben, die verpackt werden müssen – denken Sie an Obst, Joghurt oder Chips, an Computer, an Teile der Zulieferer wie Auto-Scheinwerfer: Ohne Verpackungen aus Papier, Pappe oder Kunststoff könnten sie kaum transportiert werden. Und genau diese Packmittel entwickeln Verpackungsmittelmechaniker und stellen sie dann mit Spezialmaschinen her – je nach den Anforderungen des Kunden.

AKTIV: Es geht also gar nicht um das eigentliche  Verpacken.

Krollmann: Nein, das erledigt der Kunde.

AKTIV: Was muss denn ein Bewerber mitbringen – und wie sind die Aufstiegschancen?

Krollmann: Sie oder er sollte einen guten Schulabschluss haben. Zudem wünschen wir uns technisches Verständnis, Spaß am Umgang mit dem Computer und natürlich Kreativität. Sie ist vor allem wichtig für den Bereich Entwicklung und Konstruktion. Die Lehre ist eine solide Basis; durch Weiterbildung bis hin zum Meister oder auch ein Fachhochschulstudium sind auch Führungspositionen erreichbar. Es geht  um einen hochinteressanten, spannenden Beruf, der bei den  Jugendlichen leider viel zu wenig bekannt ist.

AKTIV: Liegt das vielleicht auch an der sperrigen Berufsbezeichnung?

Krollmann: Gut möglich. Der Beruf ist eng verbunden mit Computer, Technologie, Design: Alles Dinge, die die Jugend begeistern. Das bringt der Begriff „Verpackungsmittelmechaniker“ aber nicht rüber! Wir arbeiten gerade gemeinsam mit unserem Tarifpartner Verdi an einer Überarbeitung des Berufsbildes: Infolge der technischen Entwicklung müssen wir neue Schwerpunkte setzen. Dabei denken wir auch über eine andere Berufsbezeichnung nach.

AKTIV: Was tut die Branche noch, um den Beruf bekannter zu machen?

Krollmann: Wir wollen verstärkt das Internet nutzen, um die Jugendlichen zu erreichen. Daneben wollen wir den Bekanntheitsgrad des Berufes bei Eltern, Lehrkräften und den Mitarbeitern der Arbeitsagenturen steigern, zum Beispiel durch Informationskampagnen in enger Kooperation mit den Unternehmen.

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang