Sonnenschutz für die Haut


So verhilft Chemie zu gesunder Bräune

Sonne tut der Seele gut. Für die Haut ist sie Stress. Dank Chemie kann man sich schützen – und trotzdem schön braun sein.

Kurzwellige UVB-Strahlung macht das Sonnenbad gefährlich: „Sie dringt in die Haut ein und verursacht eine Entzündung“, so Andrea Zamponi, Leiterin Entwicklung und Technical Service UV Protection vom Chemie-Konzern BASF in Grenzach-Wyhlen.

UV-Strahlen in Wärme umwandeln

Aber auch die langwellige UVA-Strahlung schadet uns. Die Expertin: „Sie erreicht tiefere Schichten und lässt die Haut vorzeitig altern.“ Wie die UVB-Strahlung kann sie zudem Hautkrebs erzeugen.

Die Haut schützt sich davor, indem sie ein Pigment (Melanin) bildet. Dieses bräunt uns, absorbiert UV-Strahlen und schützt so tieferliegende Zellen. Doch das reicht oft nicht aus. Zamponi: „Sonnenschutzmittel absorbieren wie Melanin die Strahlung, nehmen sie auf und wandeln sie in harmlose Wärme um.“

Tipp: Sonnenmilch großzügig dosieren. Mindestens drei große Esslöffel voll auf den Körper verteilen.

Bräune ohne Sonne

Selbstbräuner in Form von Cremes, Lotionen und Sprays färben die Haut ohne Sonne. Sie enthalten Dihydroxyaceton – einen Zucker, der auch im Körper vorkommt. „Der Stoff reagiert mit Eiweißen und Aminosäuren der obersten Hautschicht und färbt diese braun“, erklärt Kosmetik-Experte Thomas Mendes vom Naturkosmetik-Hersteller Börlind in Calw.

Beim Auftragen ist Vorsicht geboten: Wo die Haut dicker ist, etwa an den Ellenbogen, wird die Haut dunkler. Das  Ergebnis hält rund fünf Tage. Mendes: „Die Hornschicht, also die oberste Hautschicht, erneuert sich ständig.“

Gut zu wissen: Sogenannte Selbstbräuner schützen nicht vor UV-Strahlen. Übrigens funktionieren sie bei jedem Zehnten gar nicht – diesen Menschen fehlen die nötigen Aminosäuren.

Pflege von innen

„In der Sonne verlieren wir Feuchtigkeit über die Haut, sie wird trocken und rau“, erklärt Ulrich Schobert, Apotheker beim Gesundheitskonzern GlaxoSmithKline Consumer Healthcare in Bühl. Dagegen hilft die Einnahme von Silizium. Das Spurenelement steckt in Vollkornprodukten oder Nahrungsergänzungsmitteln mit Kieselerde. „Eine gute Silizium-Versorgung bewirkt die vermehrte Bildung von Hydroxyprolin, einem Bestandteil des Kollagens.“

Als Strukturprotein der Haut ist Kollagen vor allem für die Festigkeit und die Elastizität des Gewebes verantwortlich. „Silizium hilft dabei, dass sich Eiweißbestandteile der Haut untereinander besser vernetzen und mit Kohlehydraten Zellgerüste bilden“, so der Experte. In diesen lässt sich Feuchtigkeit speichern.

Auch Pflanzen schützen sich vor der Sonne

„Wir brauchen nach dem Sonnen eine besondere Pflege“, erklärt Pflege-Profi Inka Bihler-Schwarz vom Kosmetik- und Heilmittel-Konzern Wala in Bad Boll. Spezielle After-Sun-Produkte enthalten deshalb weniger Fett und mehr Wasser als normale Tagespflege. Bihler-Schwarz: „Durch die Verdunstungskälte des Wassers wirken sie außerdem leicht kühlend.“

Manchmal weist auch die Natur den Weg. „Einige Pflanzen bilden natürliche Wachse und schützen sich so vor Sonne und Wasserverdunstung“, erklärt Lilith Schwertle, Kosmetikerin bei Weleda in Schwäbisch Gmünd.

Für seine Lippenpflege verwendet das Unternehmen unter anderem das Wachs der südamerikanischen Carnauba-Palme. Schwertle: „Damit erreichen wir einen Lichtschutzfaktor 4.“

 

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